Innsbrucks Kulturstrategie 2030 „ist keine Covid-Aufarbeitung“

Gestern wurde der im Herbst startende Prozess der Kulturstrategie 2030 im Innsbrucker Gemeinderat präsentiert. Die Agentur LIquA begleitet das Vorhaben.

Sich mehr Gehör verschaffen: Das wollen Rita Hebenstreit, Aliette Dörflinger, Kulturstadträtin Uschi Schwarzl mit der Kulturstrategie 2030.
© Giuliani

Innsbruck – Wie soll sich Innsbruck als Kulturstadt entwickeln? Welche Rolle spielt Kultur? Wie kann man sich mehr Gehör verschaffen? Das will Innsbrucks Kulturstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) mit der von ihr initiierten „Kulturstrategie 2030“ herausfinden. Im September fällt der Startschuss für den zehnjährigen Prozess. Gestern wurde die erste Phase im Innsbrucker Gemeinderat präsentiert.

Neben Kulturmanagerin Rita Hebenstreit, die den Prozess von Stadt-Seite aus begleitet, wurde die Agentur LIquA (Linzer Institut für qualitative Analyse) vorgestellt, die das Vorhaben bis 2022, bis zur Erstellung eines Strategiepapiers, organisatorisch lenken wird.

In den nächsten Monaten steht Grundlagenarbeit auf der Agenda: Die Beteiligten müssen die Kulturlandschaft kennen lernen: In 30 qualitativen Interviews mit Akteuren der Szene sollen sich Themen, auch Forderungen herauskristallisieren. Im Frühjahr 2021 ist die Öffentlichkeit dran: In Workshops kann sich jeder an der Vision 2030 beteiligen. Die Ergebnisse der Workshops und der Gespräche mit Stakeholdern aus Politik, Verwaltung und Kulturszene werden in Arbeitsgruppen verdichtet – Mitte 2022 soll ein Strategiepapier stehen.

Durch das gemeinsame Erarbeiten des Leitfadens versprechen sich die Verantwortlichen ein höheres Bewusstsein füreinander. Gerade Corona habe Defizite in der Kulturpolitik aufgezeigt, meint Kulturstadträtin Schwarzl. Die Vision für 2030 müsse diese mitdenken. „Die Kulturstrategie ist aber kein Covid-Aufarbeitungsprogramm“, bekräftigt Schwarzl. Der Prozess soll von Corona auch nicht aufgehalten werden. Gibt es Beschränkungen, kommen virtuelle Diskussionstools zum Einsatz, verspricht Aliette Dörflinger von LIquA.

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Ziel der ersten Phase ist u. a. die Entwicklung von realisierbaren Maßnahmen. Insgesamt 150.000 Euro steckt die Stadt in das Gesamtprojekt. Das wurde bereits im Grundsatzbeschluss vom Dezember 2019 festgehalten. 120.000 Euro steuert die Stadt bei, 30.000 externe Partner. An Bord ist etwa der Innsbruck Tourismus (TVB), der sich mit 15.000 Euro an der Kulturentwicklung beteiligt, die laut Schwarzl zugleich Stadtentwicklung ist.

Mit dem TVB knüpft der Tourismus an, auch gegenüber Wirtschaft oder Bildung sei man offen, so Dörflinger. Mit dem Launch der Website kulturstrategie-innsbruck.at, die den Prozess transparent halten soll, wird im September ihre Agentur den ersten Schritt in Innsbruck setzen; St. Pölten, das Land Salzburg oder Linz hat LIquA bereits unterstützt. (bunt)


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