Mini Cooper SE: Spaß-Kugel unter Strom

Mini lüftete vor Kurzem den Vorhang und präsentierte seinen Mini Cooper SE. Wir haben überprüft, wie alltagstauglich der 184 PS starke City-Flitzer tatsächlich ist.

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Das Tolle am Mini SE ist, dass er kaum von seinen verbrennenden Kollegen zu unterscheiden ist.
© Zoller

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Bei Mini hat man sich mit der Elektro-Variante relativ lange Zeit gelassen. Eigentlich verwunderlich, denn der Konzern-Bruder mit dem Propeller-Logo rollt schon seit gut sieben Jahren über unsere Straßen und eine Studie des Elektro-Gokart konnte schon 2017 auf der IAA bestaunt werden. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis der kleine Stromer in die Schauräume der Händler rollt, und heuer war es so weit.

Als wir unseren Testwagen in Empfang nehmen durften, waren wir positiv überrascht, denn der Mini sieht erstaunlich normal aus. Im Gegensatz zur Konkurrenz verzichteten die Designer darauf, seine Optik komplett umzukrempeln. Das ist gut so, denn ein nicht ganz unwichtiges Merkmal des einstigen Briten ist seine nos­talgisch angehauchte Optik. Lediglich ein paar gelbe Farbtupfer heben ihn von seinen benzinbetriebenen Brüdern ab, eine dezentere Farbgebung ist aber auch im Programm.

Aktuell ist der kurze Dreitürer der einzige Mini, der vollelektrisch angetrieben wird. Im Innenraum geht es also dementsprechend kuschelig zur Sache. Während wir – trotz unserer 190 Zentimeter Körpergröße – vorne noch recht angenehm sitzen, ist die hintere Reihe Kleingewachsenen oder Kindern vorbehalten. Dafür lässt der City-Flitzer im Standard-Trimm 211 Liter Gepäck verschwinden. Bei umgeklappten Rücksitzen sind es dann 731 Liter Stauraum, die frei werden. Das entspricht dem Niveau des normalen Dreitürers und wird durch das T-förmig im Fahrzeugboden befestigte Batteriepaket möglich gemacht.

Das Cockpit wird – Mini-typisch – von einem großen, zentral sitzenden Display dominiert. Die nostalgisch angehauchten Kippschalter und der äußerst hochwertige Materialmix ist Mini-Fahrern ohnehin bekannt.

Nach dem Druck auf den Start-Knopf gehen die Lichter an und der Mini SE erwacht, begleitet von einem futuristisch klingenden Sound, zum Leben. Den Antrieb übernimmt der Mini SE vom Konzern-Bruder, dem BMW i3. Der Elektromotor leistet 184 PS und schickt aus dem Stand 270 Newtonmeter Drehmoment an die Vorderräder. Der Antritt ist dementsprechend fulminant: Die Tempo-60-Markierung passiert die digitale Tachonadel schon nach 3,9 Sekunden, die 100-km/h-Marke wird 3,4 Sekunden später (nach 7,3 Sekunden) geknackt. Dem Vorwärtsdrang wird schließlich bei Tempo 150 elektronisch der Riegel vorgeschoben. In Anbetracht der Zielgruppe – der Mini SE soll vor allem als Pendlerfahrzeug für die Speckgürtel-Bewohner im Umkreis von Großstädten dienen – sollte das kein Problem darstellen. Viel wichtiger ist, dass der Mini-immanente Fahrspaß zum Glück immer noch derselbe ist.

Der Verbrauch des Mini Cooper SE wird mit 13,2 bis 15 kWh angegeben. Dementsprechend ergibt sich eine Reichweite von maximal 270 km. Auch das verdeutlicht, dass der Mini Cooper SE nicht als Langstreckenfahrzeug konzipiert ist. Bei 30 Grad und laufender Klimaanlage hat sich die Reichweite bei unserem Test aber bei realistischen 200 Kilometern eingependelt. Ein nicht zu vernachlässigendes Feature ist die effektive Beheizung mittels Wärmepumpe. Diese nutzt auch die Abwärme von Fahrzeugkomponenten und ist so in der Lage, den Mini deutlich effizienter und sparsamer zu heizen. Das wirkt sich natürlich vor allem im Winter positiv auf die Reichweite aus.

Während das Laden an der Haushaltssteckdose relativ lange dauert (für 20 Prozentbraucht man ungefähr drei Stunden), geht es an einer Ladestation deutlich schneller. In dreieinhalb Stunden ist man bei einer öffentlichen Ladestation voll, in zweieinhalb Stunden auf 80 Prozent Akkuleistung. Zu haben ist der Mini SE ab 30.050 Euro. Die entsprechenden Häkchen bei den aufpreispflichtigen Extras trieben den Preis unseres Testwagens auf 42.550 Euro.

Die Technik

Motor: Elektromotor

Reichweite: 230 km

Batterieladung: 32,6 kWh

Drehmoment: 270 Nm bei 0 U/min

Leistung: 135 kW/184 PS

L/B/H: 3845/1727/1432 mm

Gewicht: 1365/1770 kg

Kofferraumvolumen: 211–731 l

Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h

0–100 km/h: 7,3 Sekunden

Verbrauch: 15,9 kWh/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 42.550 Euro

CO2-Emission: 0 g/km


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