Seat Leon Kombi: Spanisches Zukunftspaket

Seat hat große Pläne: Elektrifizierung, Zweiräder, neue Performance-Modelle von Cupra. Im Kompaktsegment legt vorerst der Leon Kombi los.

Schwungvoll gezeichnet: Der Seat Leon Kombi ist ein echter Beau unter den Rucksackträgern geworden – und setzt auch beim Platzangebot ganz oben an
© Hersteller

Von Stefan Pabeschitz

Wien – Liebe geht nicht nur durch den Magen, sondern auch den Wagen – was also liegt näher, als beides zu verbinden? Im 13. Wiener Gemeindebezirk kann man ab Mitte August beides haben – die Hola!-Tapasbar ist ein Gemeinschaftsprojekt von Seat und dem spanischen Star-Koch Juan Amador. In schicker Atmosphäre sind die berühmten iberischen Häppchen zu genießen – und jeweils ein Modell von Seat und Cupra zu beäugen, mit denen das Lokal seinen Gästen zwei außergewöhnliche Einrichtungs-Accessoires bietet.

Die Ausstellungsstücke werden rasch wechseln, um aktuell zu bleiben – denn Seat hat in naher Zukunft einiges vor: Die Submarke Cupra mitgerechnet, sind die Katalanen Nummer drei in der heimischen Zulassungsstatistik und haben diesen Platz auch über die Corona-Zeit gerettet. Der Ausbau von Cupra ist ein ehrgeiziges Projekt, das noch heuer mit dem ersten eigenständigen Modell, dem Formentor, gekrönt wird. Der batterieelektrische Renner el-Born folgt 2021, ebenso die neue Zweirad-Submarke Mo mit einem E-Kick-Scooter und einem vollelektrischen Roller für 125 Kilometer Reichweite, dessen Akku abnehmbar ist, um ihn auch daheim oder am Arbeitsplatz aufzuladen. Dazu kommt die Teilelektrifizierung der Modellpalette mit den Hybridvarianten des Leon und Tarraco.

Bis es so weit ist, startet im klassischen Kompakt-Segment erst einmal der Leon Kombi. Die Rucksack-Variante des spanischen Golf-Pendants kommt wie gewohnt mit dem gleichen Radstand aus wie der Fünftürer und ist gegenüber seinem Vorgänger um 93 Millimeter gewachsen. Er erreicht damit bereits fast die Dimensionen des Škoda Octavia. Auch bei dessen Raumwunder-Qualitäten haben die Spanier erfolgreich Maß genommen: Mit 620 bis 1600 Litern Kofferraumvolumen liegt der Leon Kombi mit dem tschechischen Verwandten beinahe gleichauf. Zu den praktischen Annehmlichkeiten gehören eine komfortable Entriegelung für das Umlegen der geteilten Rücksitzbank-Lehnen, ein in Qualität und Handhabung deutlich verbessertes Abdeckrollo sowie der variable Kofferraumboden für mehr Gesamtstauraum oder getrennte Aufbewahrung darunter. Eine elektrische Heckklappe ist natürlich auch im Angebot.

Das Cockpit gefällt mit seinem aus den Türen weitergeführten Bogen, geometrischen Akzenten und modernen, aber praktischen Details.
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Fahrdynamisch machen sich der Rucksack und das Mehrgewicht von knapp fünfzig Kilo gegenüber dem Fünfttürer nicht bemerkbar. Bei Handling und Kurvendynamik gibt sich der Kombi selbst bei abrupten Manövern keinerlei Blöße. Der 1-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 90 PS erfüllt eventuell nicht gerade die sportlichsten Ansprüche, die stärkeren 1,5 TSI mit 130 oder 150 PS tun sich in dieser Fahrzeugklasse schon merkbar leichter. Eine spannende Option ist der 1,5-Liter-Benziner mit Mildhybrid und sanfter elektrischer Schubhilfe aus dem 48-Volt-Parallel-Bordnetz. Das Prädikat empfehlenswert verdient sich der kräftige 2-Liter-Diesel mit 150 PS neuester Generation aus dem VW-Konzernregal mit dualer AdBlue-Nachbehandlung. Er macht mit seinem breiten Drehzahlband und der harmonischen Kraftentfaltung nicht nur Spaß, sondern stemmt auch die Vollbeladung des Kombis komfortabel – und reduziert dazu noch die Emissionen bis zur Nachweisbarkeitsgrenze. Ein 204 PS starker Plug-in-Hybrid mit bis zu 60 Kilometern rein elektrisch zurücklegbarer Distanz ist ebenso im Programm wie eine Erdgas-Variante mit 130 PS Leistung.

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Die Preisliste für den Leon Kombi, der übrigens exklusiv in Österreich so heißen darf – außerhalb der Grenzen behält er das bisher gebräuchliche ST bei, das sich bei uns aber nie durchgesetzt hat –, beginnt bei 19.900 Euro für den Basis-Benziner, die Tarife für den Diesel starten mit 31.690 Euro.


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