Im ältesten Stadtteil von Innsbruck neue Wege gehen

Anpruggen – so lautet die historische Bezeichnung für den Stadtteil am linken Innufer und heißt so viel wie „an der Brücke“. Konkret an der Innbrücke.

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Josef Pittl und Maria Schröcksnadel vom Wirtschaftsverein „Anpruggen aktiv“ haben ihre Freude mit der App „Anpruggen entdecken“, die sie unter anderem zum „Seifensiederhaus“ führt.
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Von Denise Daum

Innsbruck – Anpruggen – so lautet die historische Bezeichnung für den Stadtteil am linken Innufer und heißt so viel wie „an der Brücke“. Konkret an der Innbrücke. Und genau die sollen in Zukunft mehr Menschen überqueren und den ältesten Stadtteil mit Mariahilf und St. Nikolaus besuchen. Unter dem Titel „Anpruggen entdecken“ führt eine neue Handy-App Besucher zu zwanzig Orten, die die Geschichte dieses besonderen Stadtteils geprägt haben.

Die App hat etwas von einer modernen Schnitzeljagd, die aufbereiteten Informationen zu den Orten werden erst dann angezeigt, wenn man auch tatsächlich den Weg dorthin gefunden hat. Sie liegen am Wasser, an der Straße und am (früheren) Stadtrand. Zu entdecken gibt es beispielsweise das Venusbad, den Jüdischen Friedhof, den Hinrichtungsplatz oder das Zuchthaus. Der Text zu den einzelnen Orten ist angenehm verständlich formuliert und doch sehr ausführlich.

Der Anpruggenweg ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt Innsbruck, Wirtschaftskammer Tirol, Tourismusverband Innsbruck und Wirtschaftsverein „Anpruggen aktiv“. Die Gesamtverantwortung liegt beim Innsbruck Marketing. Dessen Chef Bernhard Vettorazzi weiß um die Besonderheit des Stadtteils: „Anpruggen war lange Zeit die Werkbank der Stadt. Und es war das Viertel der Armen, Kranken und Kriminellen, später das ,Ausländerviertel‘. Der Charme der alten Bausubstanz macht das Viertel heute attraktiv.“

TVB-Obmann Karl Gostner erzählt, dass die Idee zum Anpruggenweg bei der Beobachtung der vielen Touristen entstand, die auf der Innbrücke ihre Fotos machen, dann aber wieder in Richtung Altstadt umdrehen. „Mit dem Anpruggenweg wollen wir sie motivieren, den ältesten Stadtteil zu besuchen, der durchaus seine Reize hat“, betont Gostner.

Innsbruck ist eben mehr als nur die Altstadt, der TVB bewirbt bereits mehrere Themenwege abseits der touristischen „Trampelpfade“. Dis sei Teil der Strategie, die Aufenthaltsdauer der Gäste in Innsbruck zu erhöhen, wie Gostner erklärt.

Die Wirtschaftskammer erhofft sich, dass der Anpruggenweg „einen Anreiz bietet, den Stadtteil, der historisch älter ist als die Altstadt, zu besuchen. Wir haben hier ein reges Wirtschaftsleben und eine tolle Vielfalt an Angeboten“, betont WK-Innsbruck-Obmann Karl Ischia.


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