Kampf ums Ortsbild und Debatte um Holerlies-Hof in Mutters

Grüne und Bundesdenkmalamt wollen den Holerlies-Hof erhalten. Bürgermeister Hansjörg Peer fordert den Abriss.

Blick auf Mutters.
© Thomas Böhm

Von Michael Mader

Mutters – Eine knappe Million Euro hat der Mutterer Gemeinderat für das Grundstück Kirchplatz 1 ausgegeben. Die Abstimmung im Jänner fiel einstimmig aus. Jetzt fürchtet Johannes Fritz, Gemeinderat und Listenführer „Die Grünen Mutters“ aber um das Ortsbild. Laut Fritz möchte Bürgermeister Hansjörg Peer (Wir Mutterer) den dort befindlichen Holerlies-Hof nämlich abreißen lassen. „Das primäre Motiv für den Ankauf aus der Sicht der Grünen war die Möglichkeit, ein Grundstück in einer außergewöhnlich attraktiven Lage am Rand des Ortskerns zu erwerben. Das Gebäude selbst, der Holerlies-Hof, war bei der Sitzung nur ein Randthema“, sagt Fritz.

Walter Hauser, Leiter der Tiroler Außenstelle des Bundesdenkmalamtes, hat den Hof laut Fritz unter Schutz stellen lassen. „Er beschreibt ihn als besonderes kulturhistorisches Denkmal, das mit dem Kirchplatz und der Dorfstraße ein in der Bausubstanz einmaliges, absolut erhaltenswertes Gesamtensemble bildet.“ Er sehe ihn nicht als schwierigen Sanierungsfall.

Fritz sagt, dass die Gemeindeleitung vier oder fünf Gutachten eingeholt hätte, wonach der Holerlies-Hof grob sanierungsbedürftig und sogar Gefahr in Verzug sei.

Laut den Grünen Mutters sind der Holerlies-Hof und der gegenüberliegende Gasserhof das Tor zum Dorf, das erhalten bleiben muss.

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Sie schlagen für das von der Gemeinde erworbene Grundstück die Schaffung eines Gemeindezentrums vor, in Synergie von alter Baustruktur mit modernen architektonischen Elementen. Dafür soll eine Form der Sanierung oder ein Neubau innerhalb der Fassade in Betracht gezogen werden, wie dies auch in anderen Gemeinden passiert.

Verwendung für das Grundstück gebe es aber keine, laut Fritz möchte der Bürgermeister die Abrissfläche temporär begrünen. „Die Behauptung des Bürgermeisters, dass das einstimmig erfolgte, muss ich differenzieren. Die Blühwiese war weder Gegenstand des Beschlusses noch Begründung für den Kauf des Grundstücks“, spricht Fritz von einem Schildbürgerstreich.

BM Peer war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


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