Verzweifelte Suche nach Geld beim SV Mattersburg

Bis kommenden Freitag muss der SV Mattersburg seine finanzielle Situation der Bundesliga melden. Spätestens dann soll also feststehen, wie es mit dem Club weitergeht.

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Beim SV Mattersburg stellt sich nach dem Skandal der Commerzialbank die Existenzfrage.
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Mattersburg – Als ob das Coronavirus dem österreichischen Fußball nicht schon genug zugesetzt hätte, sorgt die „Causa Mattersburg“ in der Ligapause für zusätzliche Brisanz und jede Menge Zündstoff. Die Fragezeichen, was die sportliche Zukunft betrifft, wurden drei Tage nach Bekanntwerden des Bilanzskandals beim Großsponsor Mattersburger Commerzialbank und rund um den nunmehrigen Ex-Präsidenten Martin Pucher nicht kleiner. Nun meldete sich mit Trainer Franz Ponweiser erstmals ein Akteur zu Wort: „Der aktuelle Vorstand versucht derzeit, den Sponsor-Entfall zu kompensieren. Daran wird mit Hochdruck gearbeitet“, sagte der Coach. „Jeder versucht, seine Kontakte spielen zu lassen“, ergänzte Ponweiser.

Er wisse aber nicht, wie beträchtlich der Verlust sei. Viele Kleinsponsoren seien allerdings selbst wirtschaftlich eng mit der Bank verbunden und auch die Clubkonten werden bei der behördlich geschlossenen Commerzialbank Mattersburg vermutet, es stellt sich die Liquiditätsfrage.

Bis zum kommenden Freitag müssen die Burgenländer ihre finanzielle Situation an den Senat 5 der Bundesliga melden. Spätestens dann soll also feststehen, wie es mit dem Club weitergeht. Das gilt auch für die WSG Tirol. Werden die Burgenländer zum Zwangsabstieg verdonnert, bleiben die Wattener in der Liga. Bis dahin herrscht nicht nur rund um das Gernot-Langes-Stadion, sondern auch in Mattersburg die Ungewissheit vor. Für den Profikader der Burgenländer mit dem Tiroler Andi Kuen heißt es warten. Michael Lercher, dessen Vertrag ausgelaufen ist, wird sich wohl einen neuen Arbeitgeber suchen. „Abwarten wie es tatsächlich weitergeht“, ließ Trainer Ponweiser seine Jungs zuletzt wissen.

Zu der Situation passen auch Zahlen, die aufhorchen lassen. Die Bilanz 2016/1017 wies bei den Burgenländern ein Minus von insgesamt 790.000 Euro aus. Die Verbindlichkeiten im Juni 2018 beliefen sich bereits auf 2,498.200,95 Euro. Die Einbringungsbilanz wurde außerdem im Juni 2016 mit einem negativen Eigenkapital von 4,7 Mio. Euro ausgewiesen. (TT, APA)

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