„I bin der rote Faden“: Claudia Koreck mit neuem Album

„Auf die Freiheit“ nennt sich das neue Album von Claudia Koreck. Und sie feiert darauf das Leben und erneut ihre eigene Vielseitigkeit.

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„Auf die Freiheit“ – die neue CD von Claudia Koreck.
© Graewert

Von Hubert Trenkwalder

München – Wahre Künstler sind frei. Frei von Schubladen, frei von Marketingplänen, frei von den Entscheidungen anderer.

Dass die erfolgreiche Songwriterin Claudia Koreck aus dem bayerischen Chiemgau sich ihre Freiheit erkämpft und nie wieder hat nehmen lassen, zeigt der große Bogen der neuen Songs: von der funky Disco-Nummer „Katz und Maus“ oder dem Gypsy Folk „Fremde Melodie“ über das bassgetriebene „Vida Bonita“ bis zum Trompeten-Reggae-Schelmenstück „Bahamas“.

Die überraschendste Nummer dürfte „Vegas“ sein. Mit reduzierter Stimme und verstärktem Bass, mit treibendem Beat und einem Revue-Refrain im Abba-Stil verblüfft Koreck in einer neuartigen Fusion aus Bayerisch und Billie Eilish.

Freiheit bedeutet aber auch, Entscheidungen treffen zu müssen. „Nach zwei Konzeptalben wollte ich vom Sound her mal was komplett Neues machen“, so die Mittdreißigerin lachend. „I bin der rote Faden und mache kompromisslos, was ich will.“ Dazu gehören bei aller Neugier und Positivität auch wieder intime und grüblerische Gitarrenballaden wie „Nia zufriedn“ oder die bluesinfizierte Nummer „Aufgwacht von den Douden“.

„Das Schubladen-Ding war nie meins. Der Spaß liegt in der Vielseitigkeit“, meint sie und singt auf Bayerisch, wenn sich das für sie gut anfühlt, angefangen mit ihrem Hit-Debüt „Fliang“ 2007 bis zum aktuellen Album.

Oder eben auf Hochdeutsch, manchmal auf Englisch, manchmal für Kinder.

Das neue Album ist auch deshalb etwas Besonderes, weil es ein Spiegel dafür ist, wie Claudia Koreck arbeitet. „Ich schreibe ja wahnsinnig viel“, sagt sie. Auf ihrem Smartphone trägt sie Tausende Sprachmemos samt Songfragmenten mit sich herum, mal Text und Gitarre, mal nur Musik. Song für Song habe sie sich vorgeknöpft, aus über 300 elf ausgesucht und sich erst dann intensiver den passenden Arrangements gewidmet. Man kann „Auf die Freiheit“ also auch als eine Art Best-of der schlummernden Ideen bezeichnen.

Und so gut klingt das neue Album auch!


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