Intendant Lilienthal: Mehr Open-Air-Theater in Deutschland

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Deutschland sollte nach Ansicht des scheidenden Münchner Kammerspiel-Intendanten Matthias Lilienthal mit Blick auf die Corona-Pandemie deutlich mehr Theatervorstellungen ins Freie verlegen. „Open air ist etwas mehr möglich als in geschlossenen Räumen, das muss zum Bestandteil des Denkens werden.“

Lilienthal ist überzeugt, dass das Virus noch länger Thema sein wird. „Sollte der Bund nicht eine Anschubfinanzierung vorlegen, um Open-Air-Bühnen für freie Gruppen und Stadttheater zu schaffen?“, so der 60-Jährige. Vorbild könnte Südfrankreich sein: „Ich wäre für ein großes Theaterfestival in Deutschland a la Avignon, wo 80 Prozent der Aufführungen Open Air stattfinden.“ Das berühmte Kloster Andechs im Süden Münchens würde sich dafür etwa ideal eignen, schließlich habe München mittlerweile so ein Wetter wie Avignon.

In wenigen Tagen wird Lilienthal München nach fünf Jahren als Intendant der Münchner Kammerspiele verlassen und Platz für seine Nachfolgerin Barbara Mundel machen. Dann kehrt er nach Berlin zurück. Er freut sich nach eigenen Angaben auf seine alte Heimat, wo er früher etwa am Hebbel am Ufer war. Doch die Stadt habe sich drastisch verändert. „Der Prenzlauer Berg ist total verschickimickisiert. Neukölln und Kreuzberg sind die gehypten Viertel und Mitte hat einen Totalabsturz hinter sich. Da ist inzwischen nicht mehr der aufregende Tourismus, sondern eher das übliche Elend deutscher Innenstädte, wo kein Mensch mehr wohnt und nur noch teure Geschäfte sind.“

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