Unter hundert Coronavirus-Neuinfektionen in Österreich

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In Österreich ist die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen am Sonntag weiter in die Höhe gegangen, aber nicht so stark wie zuletzt. Erstmals seit Tagen wurden unter hundert neue Fälle gemeldet. Offen ist, ob wie angekündigt am Sonntag noch in der Regierung über eine mögliche Rückkehr der Maskenpflicht beraten werden kann.

Das Innenministerium vermeldete, dass es im 24-Stunden-Vergleich 82 neue Fälle gab (Stand: 9.30 Uhr). Insgesamt beträgt die Gesamtzahl der bisher diagnostizierten Coronavirus-Fälle 19.655. 711 Menschen sind bisher an den Folgen des Virus verstorben und 17.599 sind wieder genesen. Aktiv an der Infektion laborieren derzeit 1.345 Personen, um 16 weniger als am Samstag (Stand: 9.30 Uhr). In Krankenhausbehandlung befinden sich 99 Personen, davon 14 auf Intensivstationen.

Was die einzelnen Bundesländer betrifft, so wurden mit 33 Neuinfektionen die meisten in Oberösterreich vermeldet. In Wien kamen 22 Infektionen hinzu, in Niederösterreich zwölf, in der Steiermark sechs, in Salzburg fünf und im Burgenland vier. Drei Bundesländer - Kärnten, Tirol und Vorarlberg - vermeldeten keine neuen Fälle.

Angesichts der Infektionszahlen wollte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eigentlich am Sonntag zu Beratungen mit Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und den zuständigen Ministern zusammen kommen, um über eine Rückkehr der Maskenpflicht zu entscheiden. Ob sich dies noch ausgehen wird, ist aber offen, denn Kurz befindet sich immer noch in Brüssel beim EU-Gipfel. Auch eine zuletzt für den Abend in Aussicht genommene Videokonferenz von Kurz mit seinen Regierungskollegen steht auf der Kippe.

Kurz kündigte jedenfalls im Interview mit der Tageszeitung „Österreich“ an: „Wir werden darüber beraten, in welchen Bereichen wir die Maskenpflicht wieder einführen. Das ist mir aber noch zu wenig. Das Ampelsystem, an dem das Gesundheitsministerium bereits arbeitet, muss nun zügig zur Umsetzung kommen, damit in ganz Österreich kein Fleckerlteppich an unterschiedlichen Maßnahmen entsteht, sondern die Länder einheitlich in den Bezirken vorgehen können.“

Auch Vizekanzler Kogler äußerte sich kürzlich zum Thema. „Für eine bundesweite allgemeine Maskenpflicht muss noch einiges passieren. Die Debatte zur Maskenpflicht in den Supermärkten ist davon aber zu unterscheiden.“ Diese Frage sei deshalb eine andere, „weil jeder dorthin muss. Ob ich in ein Fußballstadion gehe oder nicht, kann ich mir hingegen selbst aussuchen.“ Für Kogler ist eine Maskenpflicht im Supermarkt überlegenswert, wie er kürzlich sagte.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) unterstrich am Wochenende: „Wir wollen eine zweite Welle mit aller Kraft vermeiden, denn die wäre gesundheitlich verheerend und hätte gravierend negative Folgen auf die Wirtschaftsentwicklung und die soziale Lage“, sagte er weiters. Und: „Ich bin sehr optimistisch, dass wir das schaffen, falls wir - Politik, Behörden und jeder einzelne - weiterhin konsequent handeln. Manche Bundesländer müssen bei den Testungen schneller werden und auch das Risikobewusstsein muss bei einem Teil der Bevölkerung wieder steigen.“

Was eine etwaige Wiedereinführung der Maskenpflicht anbelangt, so erwähnte Anschober zuletzt, dass diese auch „kurzfristig“ wieder Thema sein könnte. Innerhalb von 24 Stunden würde diese bei Notwendigkeit wieder gelten, „manche könnten überrascht sein, wie schnell das gehen könnte“.

Bundesweit muss der Mund-Nasen-Schutz derzeit in den Öffis, in Arztpraxen und Krankenhäusern, in Apotheken, bei Dienstleistungen ohne Mindestabstand, sowie in bestimmten Bereichen von Indoor-Veranstaltungen angelegt werden. Zudem sind regionale Regelungen in Oberösterreich, in Salzburg und in Kärnten in Kraft.


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