Achenseebahn: Ohne Bahnbetrieb kein Sanierungskonzept

Die Situation bei der Nostalgiebahn ist angespannt. Laut GF Martin Uhlig ist das finanzielle Sanierungsprogramm für die Achenseebahn ohne Bahnbetrieb hinfällig.

Jenbachs Altbürgermeister Wolfgang Holub mit Günter Mackinger (stv. Betriebsleiter), Vorstand Martin Uhlig und Betriebsleiter Heino Seeger (v. l.).
© Dähling

Von Angela Dähling

Jenbach – Die freudige Stimmung und der Applaus beim Benefizkonzert zugunsten der insolventen Achenseebahn (die TT berichtete) konnten nicht darüber hinwegtäuschen: Die Situation bei der Nostalgiebahn ist angespannt. Und das sorgte bei den anwesenden Eisenbahnfreunden, die aus verschiedensten Bundesländern angereist waren, und den Mitarbeitern der Bahn daher hinter den Blasmusikklängen für einige Diskussionen.

Christian Winder (l.) vertritt als Rechtsanwalt die Achenseebahn.
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Mit dabei der Schweizer Hans Hug, der einst Werkstättendienstleiter bei der Appenzellerbahn war und die nun am Jenbacher Abstellgleis stehenden Garnituren vor rund 40 Jahren für die Appenzellerbahn gekauft hatte. Was damit jetzt passieren wird? „Wir haben weltweit vergeblich versucht, die Triebwagen zu verkaufen. Aber sie sind nicht barrierefrei, daran scheitert es“, erklärt Achenseebahn-Direktor Martin Uhlig. Daher entnehme man nun, was man veräußern könne. Warum der nicht barrierefreie Zug dann überhaupt angekauft wurde? „Damals war vieles noch anders. Der Ankauf war verständlich, aber ungeschickt, da die Rechnung ohne den Wirt gemacht wurde“, meint Uhlig. Den Steuerwagen wolle man behalten – als Interventionszug, falls eine Lok havariere. Bis auf Weiteres wird das nicht passieren, bekanntlich wurde der Bahnbetrieb eingestellt. „Daher haben wir auch das Sanierungsprogramm des Konkurses zurückgezogen, nicht aber jenes, das die technische Sanierung betrifft“, stellt Uhlig klar. Und der Rechtsvertreter der Bahn, Christian Winder, ergänzt: „Die Schulden sind nur zahlbar, wenn die wirtschaftliche Grundlage da ist.“ Ohne Bahnbetrieb könne man den Gläubigern nicht darstellen, dass die Schulden bezahlbar seien. „Daher warten wir, bis die Umstände geklärt sind, und schauen, ob dann ein neues finanzielles Sanierungskonzept eingebracht wird“, sagt Winder.

Uhligs Spenden-Aktion „Tausend Tausender“ für die Achenseebahn ist dabei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Das läuft nur schleppend, weil LHStv. Felipe nicht möchte, dass wir Werbung dafür machen. Und daran halten wir uns, denn wir wollen nicht irritieren“, behauptet Uhlig. Auch Jenbachs Altbürgermeister Wolfgang Holub war beim Benefizkonzert dabei. „Vor rund 50 Jahren hatte ich zusammen mit einem Komitee engagierter Jenbacher die Bahn vor der Einstellung gerettet“, erinnert er sich. Dass amtierende Bürgermeister nicht zum Konzert gekommen sind, soll übrigens daran gelegen sein, dass sie keine Einladung dazu erhalten hätten.

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