Sieben Jahre Haft nach Missbrauch von Stieftochter

Nach dem Prozessauftakt am Montag wurde die Verhandlung gegen einen 33-jährigen Südamerikaner am Dienstag mit dessen Verurteilung abgeschlos...

Der Südamerikaner muss für über sieben Jahre in eine Gefängniszelle übersiedeln.
© Böhm

Nach dem Prozessauftakt am Montag wurde die Verhandlung gegen einen 33-jährigen Südamerikaner am Dienstag mit dessen Verurteilung abgeschlossen. Der Schöffensenat hat den Angeklagten wegen wiederholten sexuellen Missbrauchs seiner damals elfjährigen Stieftochter und einer schweren Körperverletzung zu sieben Jahren und vier Monaten Haft (nicht rechtskräftig) verurteilt.

Im Mittelpunkt der Verhandlung am Dienstag stand die Mutter der Elfjährigen und Ex-Frau des Angeklagten, die in einer dreistündigen Videoaufzeichnung schwere Vorwürfe gegen den 33-Jährigen erhob. Die Einheimische schilderte die Beziehung als Martyrium. Zweimal habe ihr der Südamerikaner Zähne ausgeschlagen, einmal die Hand gebrochen, blaue Augen und Flecken waren an der Tagesordnung. Konkret erinnern konnte sich die heute 39-Jährige nur an wenige Übergriffe: „Ich habe die Verletzungen weggesperrt (verdrängt) und dachte immer, ich trage die Schuld für sein Verhalten.“ „Weggesperrt“ hat die Mutter auch die Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs, die die Tochter gegen den Stiefvater erhob. „Ich hab ihr geglaubt, konnte ihr aber nicht glauben, weil ich die Ehe nicht zerstören wollte“, schilderte sie im Video. Der Angeklagte zeigte keine Einsicht. Er sei das Opfer, verführt von der Elfjährigen, die später von der Mutter aufgehetzt worden sei. Der Schöffensenat glaubte der Stieftochter (heute 17), was zur Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs führte. Die Anschuldigungen der Mutter wurden als nicht ausreichend erwiesen bewertet. Nur den Handbruch lastete das Gericht dem Angeklagten an. Vom Vorwurf der Misshandlung seines Sohnes (12) wurde de Südamerikaner freigesprochen.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Reue und Einsicht zeigte hingegen ein erst 16-jähriger Angeklagter, der sich am Dienstag ebenfalls am Landesgericht verantworten musste. Der Jugendliche gab zu, im Jänner einem Dealer mit einer Schreckschusspistole ins Gesicht geschossen und dann 15 Gramm Cannabis geraubt zu haben: „Der Fehler meines Lebens.“ In der U-Haft holte der Oberländer den Schulabschluss nach, jetzt hat er einen Lehrplatz. So wurde sogar der Staatsanwalt zu seinem Fürsprecher. Das Urteil: 20 Monate Haft, sechs davon unbedingt. (tom)

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte