„Operation Rasputin“: Sieben Dealer und Bandenkopf in Haft

Im Zuge seit Juni 2019 laufender Ermittlungen gegen eine Drogenbande sind acht Männer festgenommen worden. Die Verdächtigen sollen über 100 Kilogramm Drogen aller Art verkauft haben. „Zugestellt“ wurde die Ware mit Paketen bzw. Hinterlegung. Bei den Festnahmen in Eisenstadt und Innsbruck wurden auch Waffen konfisziert, wie die Polizei am Dienstag in Graz in einer Pressekonferenz mitteilte.

Der steirische Landespolizeidirektor Gerald Ortner hob beim Ausheben der Dealergruppe („Operation Rasputin“) die Zusammenarbeit von Landespolizeidirektion, Bundeskriminalamt und der Stadtpolizeikommandos Graz und Innsbruck hervor. „Cybercrime ist eine immer dringlicher zu bekämpfende Kriminalitätsform, vor allem der Drogenhandel im Darknet“, sagte Ortner. Die nun erfolgreich abgeschlossene „Operation Rasputin“ trug den Decknamen des Haupttäters, den er im Darknet benutzte. Die Männer sind teils schon verurteilt bzw. stehen gerade in Graz vor Gericht.

Begonnen hatte die Sache im Juni 2019, als Grazer Ermittler im Darknet auf „Rasputin“ stießen, der mit großen Drogenmengen und psychoaktiven Substanzen dealte. Er selbst bezog die Drogen mittels Paketsendung aus dem Ausland. Laut Chefermittler Wolfgang Kollnegg wurde man kurz darauf eines Mannes habhaft, der Amphetamine, Kokain und Heroin bei sich hatte. „Er hat dann mit uns mitgearbeitet, hatte Kontakte ins Burgenland. Dort haben wir im November einige Leute ausgeforscht und wiederum Amphetamine, Kokain und Marihuana sichergestellt - gleich darauf gelang uns dasselbe in Eisenstadt“, sagte Kollnegg.

Eine weitere Spur führte nach Innsbruck, zusammen mit den dortigen Kollegen ermittelte man die Identität von „Rasputin“, einem 44 Jahre alten Tiroler. Er wurde am 4. Dezember 2019 geschnappt. Er hatte mit Drohungen seine sieben Subdealer bei der Stange gehalten, sie aber auch mit Pistolen ausgestattet, u.a. einer sowjetischen 9mm-Pistole Makarow und einer Walther CP99, einem Sportpistolen-Nachbau der Walther P99. Bei den Festgenommenen handelt es sich um Männer im Alter von 24 bis 30 Jahren, sechs Österreicher und ein Albaner. Sie sollen alle selbst süchtig sein.

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Die Sieben hatten die Drogen über „Rasputin“ bezogen und weiterverkauft oder für andere Abnehmer hinterlegt. Die Abrechnung erfolgte über Kryptowährungen. Bei Hausdurchsuchungen wurden Amphetamine, Ecstasy, Kokain, Heroin, Mephedron, Marihuana, Crystal Meth, Ketamin sowie Codein gefunden. Weiter entdeckte man Kfz-Begutachtungsplaketten und Dokumentenrohlinge zur Falsifikation von Führerscheinen.

Laut Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, habe man umfangreiche Observationen, Textanalysen, Telefonüberwachungen und Kontenöffnungen durchgeführt. Einer von „Rasputins“ Subdealern ist bereits rechtskräftig zu acht Jahren Haft verurteilt. Fünf weitere und „Rasputin“ selbst sind seit Montag vor Gericht. Ihnen drohen jeweils mehrere Jahre Haft.

2019 hatte man ein Allzeithoch an Drogen-Anzeigen registriert, wie Brigadier Daniel Lichtenegger vom Bundeskriminalamt sagte. Das Internet via Darknet habe den „Markt“ ergänzt. Die Kommunikation laufe verschlüsselt über Messenger-Dienste oder Social Media. Oft dürfe man Pakete von Zustelldiensten nicht öffnen, obwohl man wisse, dass Drogen drin seien, sagte der Brigadier: „Da mangelt es oft auch an Kooperationsbereitschaft von Unternehmen.“ Im Fall „Rasputin“ gehe es um beträchtliche Vermögenswerte, eine siebenstellige Eurosumme. Man stehe da in Kontakt zu Europol sowie den irischen und deutschen Behörden.


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