Salzburger Kunstverein eröffnet Ausstellung „Common Ground“

„Gerade zeitgenössische Kunst ist in Krisenzeiten relevant, denn sie kann das Gefühl von Zusammengehörigkeit vermitteln“ - Mit diesen Worten hat der Direktor des Salzburger Kunstvereins, Seamus Kealy, die Pressekonferenz am Mittwoch im Künstlerhaus zur Jahresausstellung eröffnet. Von Donnerstag an werden bis 20. September Arbeiten von 130 Künstlern gezeigt, die allesamt auch zu erwerben sind.

„Vor allem heute und hier wieder mit Freunden und Kollegen ausstellen zu können, ist schön“, freute sich Künstler Stefan Kreiger, ebenso wie über die „Wertschätzung“. Damit ist seine Auszeichnung mit dem mit 3.000 Euro dotierten Förderpreis des Landes Salzburg und des Kunstvereins gemeint, den er am Mittwochabend für seine Einreichung erhält. Die sehe allerdings schon wieder ganz anders aus, denn es handelt sich dabei um eine Überlagerung an Figuren, die sich prinzipiell stets in Überarbeitung befinde. „Ich muss Zerstörung zulassen, um Neues zu schaffen. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass es sich weiter verändert“, so der Preisträger.

Zur weiteren Unterstützung junger Künstler hat sich der Salzburger Kunstverein in diesem speziellen Jahr mit der Galerie Thaddaeus Ropac Salzburg zusammengeschlossen. An mindestens 20 junge, bildende Künstler wird eine Förderung in Höhe von 5.000 Euro vergeben. Die Auswahlkommission stellt der Salzburger Kunstverein.

Das Thema der Jahresausstellung passt genau zu den eingangs genannten Worten von Seamus Kealy und lautet „Common Ground“. Dieser gemeinsame Boden ist für 95 Künstler das Künstlerhaus und für die restlichen 35 der Museumspavillon der Stadt Salzburg, die Kooperationspartnerin ist. Das Ausstellungsdesign wurde auch deshalb so gewählt, um zusammengehörige Arbeiten, wie etwa die Zeichnungen von Erich Gruber und Susanne Mewig, gemeinsam ausstellen zu können.

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Wie Gruber erzählte, habe Mewig ihn via Internet kontaktiert und zu einer Zusammenarbeit bewegen können. Seitdem schicken sich beide Zeichnungen zu und treten auf diese Art in einen intimen Dialog, ohne tatsächlich viel voneinander zu wissen. Ein anderes Zeugnis von Freundschaft zeigt beispielsweise Peter Schreiner, der Bildquellen seiner ehemaligen WG mit einer Freundin abfotografiert und in einer eigenen Zeitschrift herausgegeben hat. Für die Ausstellung sind diese Fotografien neu bearbeitet worden.

Auch der Nachwuchs hat seinen Platz in der Jahresausstellung und zwar mitten unter den großen Künstlern. Die Teilnehmer des Kinderferienprogramms des Vereins ARTgenossen haben auf einer Scheibe Zeichnungen zusammengeklebt, auf denen Dinge zu sehen sind, die nach den Überlegungen der Kinder alle Menschen gemeinsam haben, wie etwa ein Herz.

Auch „Österreichs einziges Avantgarde-Outdoor-Kinoprogramm“, wie Kealy die Reihe „Sunset Kino“ liebevoll nennt, startet wieder. Dieses Jahr werden unter dem Titel „Best“ wieder vom heutigen Mittwoch an bis zum 19. August Filme im Freien gezeigt.


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