IIG streift Millionen an Klimaschutzförderungen ein

Die städtische Immobiliengesellschaft rückt die Nachhaltigkeit bei ihren Projekten in den Fokus. Das wirkt sich auch auf das Budget positiv aus.

Die Bebauung des Campagneareals in der Reichenau erfolgt im Passivhausstandard.
© Bogenfeld Architektur

Von Denise Daum

Innsbruck – Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft IIG überschritt im vergangenen Jahr erstmals die Milliardengrenze bei ihrer Bilanzsumme. Aktuell stehen mit 144 Wohnungen und 120 Studentenplätzen quer über das Stadtgebiet verteilt Projekte um insgesamt knapp 40 Millionen Euro vor Projekt- bzw. Baubeginn.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielen bei der Projektentwicklung eine immer größere Rolle. IIG-Chef Franz Danler sieht es als Aufgabe eines städtischen Unternehmens, zu einer nachhaltigen Veränderung der Gesellschaft beizutragen. „Wir treten für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele auf lokaler und regionaler Ebene ein.“ Dieser Ansatz schützt nicht nur das Klima, sondern auch das Konto: In den vergangenen Jahren streifte die IIG vier Millionen Euro Sonderzuschüsse für ihre klimagerechte Bauweise ein. Noch einmal rund 4 Millionen Euro befinden sich derzeit in Abrechnung beziehungsweise ergeben sich aus noch nicht abgeschlossenen Projekten.

Die nachhaltige Bauweise wirkt sich auch auf die laufenden Kosten von Gebäuden aus. Gemäß der Dimensionen von städtischen Bauten ist auch das Einsparungspotenzial hoch: Allein beim Betrieb des gesamten Hauses der Musik konnten im vergangenen Jahr ca. 400.000 Euro gespart werden – im Vergleich zu den von einem Dritten geschätzten Betreiberkosten.

Die Bebauung des Campagneareals mit 1000 Wohnungen im Endausbau ist eines der größten städtischen Wohnbauprojekte in der Geschichte Innsbrucks. Das Vorhaben ist für Franz Danle­r auch „ein Best-practice-Beispiel für die Schaffung von nachhaltigem und kostengünstigem Wohnraum im Passivhausstandard“. Das Areal ist langfristig als „Zero Emission Urban Region“ konzipiert. Die IIG will nämlich bis 2040 klimaneutral sein und sämtliche fossilen Brennstoffe durch erneuerbare Energie ersetzen. Das Baufeld eins erfüllt bereits den klimaaktiv-Planungsstandard für Siedlungen und Quartiere – die offizielle Auszeichnung durch das Umweltministerium steht coronabedingt noch aus. Beim zweiten Bauabschnitt ist ein Anteil an Holzbau vorgesehen.

Holzbauweise habe sich bereits bei Projekten wie den Kindergärten in Kranebitten und der Schützenstraße oder der Umbrüggler Alm bewährt, erklärt Danler. Das Betreute-Wohnen-Projekt am Widumplatz in Igls, wo bereits das ehemalige Bestandsgebäude abgebrochen wurde, wird als Holzhybridbau realisiert. „Dem Holzbau wird zukünftig ein deutlich höherer Stellenwert eingeräumt“, erklärt Danler.


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