Geschäftsführer Gerhard Schilling: „Almdudler passt Preisniveau nicht an“

Immer wichtiger werden Ungarn oder Tschechien als Exportmärkte für das Familienunternehmen Almdudler, billiger gibt es die Kräutergetränke dort aber nicht.

Gerhard Schilling von Almdudler zeigt seine Getränke.
© Langegger

Von Verena Langegger

Innsbruck – 2019 erst hat sich das Familienunternehmen Almdudler von Partner Coca Cola getrennt. Seither wird die Marke selbstständig geführt, was sich auch in der Corona-Krise bewährt habe, berichtet Almdudler-Geschäftsführer Gerhard Schilling. Mitte März sei erst einmal das gesamte Geschäft im Tourismus nahezu weg gewesen. Durch das Herunterfahren von Wirtschaft und Gastronomie wurden Bestellungen meist auf Kernsortimente reduziert. „Es ist gut, selbst präsent zu sein“, sagt Schilling.

Das Unternehmen habe in der Krise „seine Interessen selbst wahrgenommen“, Mai und Juni seien wirtschaftlich „noch verhalten“ gewesen, die Zahlen in der Gastronomie erholten sich derzeit aber gerade. Die Getränkebranche sei eine „sehr wettergetriebene“, ist das Wetter gut, dann werde Limonade getrunken. Auch in und auf den Bergen werde Almdudler gerne bestellt. Gerade die Zeit der Familienurlaube in den Bergen komme der Marke entgegen, sagt Schilling.

Zusammen mit dem Alpenverein will Almdudler seit zehn Jahren auch Bewusstsein schaffen, seinen Müll beim Berggehen auch wieder mit ins Tal zu nehmen. Die Kooperation ist auf den Glasflaschen abgedruckt. Diese klassischen Glasflaschen mit dem aufgedruckten Trachtenpärchen sind im Schnitt 30 bis 40 Jahre im Umlauf, betont Schilling. Die Pärchen seien mit Keramikfarbe eingedruckt, besonders umweltfreundlich, da Etikette nicht abgewaschen werden müssten. Über die Jahre hätte sich auch das Design der Pärchen geändert, „sie waren früher rustiker und molliger“, erzählt Schilling. Die größten Almdudler-Absatzmärkte seien Österreich und Deutschland, im Nachbarland habe es während der Corona-Schließungen ein Umsatzplus von 10 Prozent gegeben. Immer wichtiger würden auch Exporte nach Belgien, in die Niederlande, nach Luxemburg, Ungarn und Tschechien. In osteuropäischen Märkten gelte Almdudler als Luxusmarke, denn „Almdudler passt sein Preisniveau nicht an“. 2021 rechnet das Familienunternehmen wieder mit einem guten Geschäftsjahr, also „Umsatzzahlen wie 2019“, sagt ­Schilling.


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