Kritik an VP-Besetzungen im Büro des Landeshauptmanns

SPÖ-Vorsitzender Georg Dornauer: „Ihre Mitarbeiter soll sich die ÖVP in ihrer Parteizentrale selbst zahlen, nicht der Steuerzahler.“
© Vanessa Rachlé/TT

Innsbruck – Nach einem kurzen Gastspiel im Büro von Landeshauptmann Günther Platter (VP) avancierte Stephan Wiener im Juli zum Personalchef des Landes. Wiener war zuvor Kabinettschef im Innenministerium. Im Vorjahr wechselte schließlich Platters Referent Michael Kirchmair als neuer Bezirkshauptmann in die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land. Doch das Karussell dreht sich weiter. Ab September ersetzt Magnus Gratl eben den ihn in die Personalabteilung abgewanderten Stephan Wiener.

Gratl kommt aus dem ÖVP-Bauernbund und war lange Jahre in der Zentrale in der Innsbrucker Brixner Straße tätig. Von dort ging er zum Maschinenring, bevor der Bezirksobmann von Forum Land zuletzt bei der Dienstleistungsgesellschaft des Gemeindeverbands GemNova andockte. Im Landeshauptmann-Büro wird er für Gemeindeangelegenheiten zuständig sein. Sehr zum Missfallen von SP-Chef Georg Dornauer. „Mit Gratl holt sich Platter eineinhalb Jahre vor den Gemeinderatswahlen einen eigenen Betreuer für die ÖVP-Bürgermeister im Land in sein Büro. Für diese Neubesetzung fehlt jede Notwendigkeit, hier geht es augenscheinlich um parteipolitisches Kalkül“, kritisiert Dornauer die „Machtversessenheit“ der ÖVP. Ihre Mitarbeiter solle sie sich in ihrer Parteizentrale selbst zahlen, nicht der ­Steuerzahler.

Mit Freunderlwirtschaft, Mascherl-Posten und Günstlingspolitik müsse in Bund und Land ein für alle Mal Schluss sein, sagt der SPÖ-Vorsitzende und erinnert an andere fragwürdige Fälle schwarzer Personalpolitik. Platter dürfe das Land nicht wie einen Selbstbedienungsladen führen. Damit müsse Schluss sein. „In letzter Konsequenz werden die Wählerinnen und Wählern dafür sorgen“, hofft Dornauer. (pn)

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