Elias Praxmarer: Wie Musik zum Leben erweckt werden kann

Er ist unermüdlich und voller Leidenschaft für die Musik. Heute bringt Elias Praxmarer ein Orgelkonzert zur Uraufführung.

Elias Praxmarer: Komponist, Pianist, Organist von Stift Stams.
© Seidel

Von Ursula Strohal

Innsbruck – Die Achse Tirol – Frankreich thematisiert das Konzert der Akademie St. Blasius heute Samstag im Stift Stams mit Uraufführungen von Franz Bauer und Elias Praxmarer. Anlass, einen der jüngsten hochbegabten Tiroler Musiker zum telefonischen Gespräch zu bitten. Elias Praxmarer, 25, ist Organist, Pianist und Komponist, Student, Stiftsorganist und Festivalleiter.

Das Haus seiner Großmutter, das er bewohnt, steht in Mils, benachbart mit der Familie des Organisten und Pianisten Michael Schöch, der Elias’ Begabung erkannte, ebenso wie die talentefördernde Familie Crepaz von der Haller Galerie St. Barbara. „Ohne die beiden“, weiß der junge Musiker, „wäre ich nicht da, wo ich heute bin.“ Es gab Ermunterungen und frühe Auftrittsmöglichkeiten. Reinhard Jaud legte ihm den Pfad zu den ECHO-Orgelstädten. Praxmarer studierte am Tiroler Landeskonservatorium und Mozarteum Innsbruck Instrumentalpädagogik, Orgel, Klavier, Komposition und Musiktheorie, alles mit ausgezeichnetem Erfolg absolviert. Es gab erste Auszeichnungen, Meisterkurse führten zu prominenten Lehrern.

Der Radius der Konzert­reisen erweiterte sich im In- und Ausland, Praxmarer ist an bedeutenden historischen Orgeln zu finden, bei Festivals, in Konzertsälen an Klavier und Orgel, als Solist, mit Kammermusikpartnern und Orchestern wie der Camerata Franconia und der Bayerischen Philharmonie. Er widerlegt die gängige Auffassung, dass man nicht gleich gut an Klavier und Orgel sein kann, arbeitete hart daran und weiß nun, dass man voneinander profitiert: „Ich konnte mich nicht entscheiden, wollte beides.“ Seine „Hometrainer“ Klavier und Hausorgel erlauben es ihm, zu Hause zu arbeiten, das Üben macht Freude, weil es bedeutet, sich mit Musik auseinanderzusetzen, zu ergründen und zu erfahren, „wie kann ich Musik zum Leben erwecken“. Das ist seine Leidenschaft, „das ist es, wofür ich brenne“.

Praxmarer studiert derzeit Orgel an der Hochschule für Musik und Theater in München, ein Jahr hat er noch bis zum Magister. Seit Oktober 2018 ist er Stiftsorganist des Zisterzienserstiftes Stams und gründete dort das „stift stams sakral-Festival ORGEL PLUS“, das derzeit Corona-bedingt pausiert. Mit allen Kräften arbeitet Praxmarer „dem verstaubten Image der Orgel-Szene“ entgegen, will der Jugend die Klassik öffnen und allen Menschen sagen, dass sie Musik nicht „verstehen“, sondern sich berühren lassen sollen.

Und dann ist, gewiss nicht zuletzt, Elias Praxmarer der Komponist. Seine bereits rund 30 geistlichen und weltlichen Werke wurden bislang in Österreich, Deutschland und Italien aufgeführt, mit Stipendien und Auszeichnungen bedacht. 2019 war er Finalist beim Internationalen Kompositionswettbewerb für Orgel des Brucknerhauses Linz.


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