Ausstellung in Salzburg beleuchtet Exilorte von Künstlern

Das Museum der Moderne am Mönchsberg in Salzburg zeigt von 25. Juli bis 22. November mit „Orte des Exils“ die dritte Ausstellung einer im Jahr 2017 gestarteten Reihe über Künstlerinnen und Künstler mit Exilhintergrund. Anhand von sechs Persönlichkeiten werden die mit der Exilierung verbundenen Zäsuren, berufliche Krisen und das Wieder-Fuß-Fassen thematisiert.

Im Fokus stehen Künstler, die aufgrund ihrer Emigration in Vergessenheit gerieten oder deren Exilhintergründe noch nicht ausreichend kunsthistorisch erforscht wurden. Die Ausstellung widmet sich den Orten Zürich, Jerusalem, London, New York, Collingwood in Kanada, Stockholm und Schanghai. Vorgestellt wird das grafische Werk der Schriftstellerin Else Lasker-Schüler, die fotografischen und filmischen Arbeiten von Wolf Suschitzky, Zeichnungen und Karikaturen von Walter Trier, Möbelentwürfe von Victor Papanek, die Selbstbildnisse der Malerin Lotte Laserstein und das filmische Oeuvre der Regisseurin Louise Kolm-Fleck.

Diese dritte Ausstellung befasst sich mit Fragen, die sich die Exilanten stellen mussten: In welches Land konnte man auswandern, wie waren dort die Einreise- und Arbeitsbedingungen, wie lange würde man bleiben, würde man in der Fremde akzeptiert werden? Ein Schwerpunkt liegt auf der Stadt und dem Land Salzburg, die bis zum „Anschluss“ in das nationalsozialistische Reich im Jahr 1938 zahlreichen deutschen Exilanten Zuflucht boten.

„Exil gilt als die zentrale Erfahrung der Moderne und der Postmoderne. Die Beschäftigung mit dem Exil, mit den Bedingungen und Erfahrungen an den Ankunftsorten ist damit geradezu ein Pflichtprogramm für ein Museum, das die ‚Moderne‘ im Namen trägt“, erklärte Museumsdirektor Thorsten Sadowsky anlässlich der ab morgen, Samstag, geöffneten Ausstellung.

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Das Museum der Moderne Salzburg sei auch die einzige Institution in Österreich, die aus der Perspektive eines Kunstmuseums das Thema Exil kontinuierlich bearbeitet und erforscht, so Sadowsky. Die Frage, wie ein Kunstmuseum mit der nationalsozialistischen Vergangenheit umgeht, sei dabei zentral und „wird auch zukünftig einen programmatischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt des Hauses bilden“. Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vertreibung könne noch lange nicht abgeschlossen werden, ergänzte Kuratorin Christiane Kuhlmann.

Die im Jahr 2017 begonnene Ausstellungsreihe hat die Intention, von Exil betroffene Künstler in den österreichischen und europäischen Kunstdiskurs zurückzuholen. In der Ausstellung „Auf/Bruch“ (2017) standen biografische und künstlerische Neuanfänge und Brüche im Mittelpunkt. Die zweite Ausstellung „Resonanz von Exil“ (2018) stellte sich die Frage, wie Künstler die Entwicklung in ihrem Exilland beeinflusst haben und wie die eigenen Exilerfahrungen einen Nachhall in ihrem Werk fanden. Die dritte und vorerst letzte Ausstellung „Orte des Exils“ befasst sich nun mit den über die ganze Welt verteilten Exilorten.


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