VOEB-Präsidentin Jüly auf Osttirol-Visite: „Ressourcen gehören genützt“

Die neu gewählte Präsidentin des Verbandes der österreichischen Entsorgungsbetriebe besuchte ein Osttiroler Unternehmen.

Bernhard Schneider (l.) und Franz Rossbacher empfingen VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly.
© VOEB

Nußdorf-Debant – Es ist nur wenige Tage her, dass um die Mittagszeit eine Brandwolke im Lienzer Talboden zu sehen war und beißender Gestank giftige Dämpfe vermuten ließ. Im Elektroschrott-Lager des Entsorgungsunternehmens Rossbacher in Nußdorf-Debant hatte sich vermutlich ein Lithium-Akku entzündet. Obwohl solche Energiespeicher in Sammelboxen oder bei den Herstellern entsorgt werden müssen, landen in Österreich jährlich 1,4 Millionen Stück davon im Restmüll. Auf diese Zahl machte die neu gewählte Präsidentin des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB), Gabriele Jüly, bei ihrem Antrittsbesuch in Osttirol aufmerksam.

Nur jeder dritte Österreicher kenne den Unterschied zwischen herkömmlichen Alkaline-Batterien und Lithiumbatterien, die eine enorme Brandgefahr in sich bergen. Bei kleinsten Reibungen können sie explodieren und zu gefährlichen Bränden in Entsorgungsbetrieben führen, so wie kürzlich auch bei Rossbacher. „Viele wissen nicht, dass zum Beispiel auch in Zahnbürsten oder anderen alltäglichen Produkten diese Akkus fest verbaut sind“, erläuterte Jüly. Solche Brände könnten nur schwer gelöscht werden. Die VOEB-Präsidentin spricht sich daher für die Einführung eines Pfandes auf Lithium-Ionen-Akkus aus.

Bei ihrem Besuch thematisierte Frau Jüly auch die aktuellen Brennpunkte der Abfallwirtschaft wie Kreislaufwirtschaft und regionale Wertschöpfung. Ein Pfand auf Einweg-Kunststoffflaschen oder Aludosen sieht der Verband kritisch. Es würden dadurch Parallelstrukturen aufgebaut, dies führe zu vermehrten Transportwegen, einer schlechten Öko-Bilanz sowie zu einem Mehraufwand sowohl für Konsumenten als auch für die Abfallwirtschaftsbetriebe. „Abfall ist Ressource am falschen Platz“, betonte Jüly. (TT, bcp)

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