NEOS zeigen Blümel in Wien die kalte Schulter

Christoph Wiederkehr (30) zieht im Oktober erstmals als Spitzenkandidat für die Pinken in die Wien-Wahl. Mit den anderen Parteien geht er hart ins Gericht.

Christoph Wiederkehr geht als NEOS-Spitzenkandidat in die Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl.
© APA

Wien – Die Wiener NEOS haben am Samstag im Rahmen ihrer Landesmitgliederversammlung die personellen Weichen für die Wahl am 11. Oktober gestellt: Bei dem Treffen wurde erwartungsgemäß der amtierende Klubchef Christoph Wiederkehr zum Spitzenkandidaten der Pinken gekürt. Er erhielt 88,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auch die weiteren Reihungen auf der Liste wurden beschlossen.

Wiederkehr setzte sich bei dem Auswahlverfahren gegen zwei Konkurrenten durch, die ebenfalls um Platz eins ritterten. Für den 30-jährigen Wiederkehr ist es der erste Antritt als Spitzenkandidat bei einer Wiener Landtags- und Gemeinderats-Wahl. Statt Blumen gab es für Wiederkehr nach Bekanntgabe des Ergebnisses Süßes, nämlich eine Riesenpackung Manner Schnitten von NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger.

In seiner Dankesrede zeigte sich Wiederkehr „überwältigt“. Mit Verweis auf den Zusammenhalt des NEOS-Teams kündigte er an: „Ich gehe mit großem Selbstbewusstsein in diese Wahl.“ Sein Antrieb für die Kandidatur: „Ich liebe Wien. Ich möchte es gestalten.“

In seiner Rede übte er auch reichlich Kritik an der politischen Konkurrenz. Besonders schlecht kam dabei die FPÖ weg, deren Politik er als „widerlich“ bezeichnete. Auch dem Team HC Strache erging es nicht besser. Mit beiden Parteien schloss er eine Zusammenarbeit aus.

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Und auch in Richtung ÖVP gab es eine Ansage: „Ich schließe ganz klar eine Koalition mit der Blümel-ÖVP aus. So jemand (ÖVP-Wien-Obmann Gernot Blümel, Anm.) kann Bürgermeister nicht.“ Das begründete er damit: „Die Türkisen betreiben ein Geschäft mit der Angst, das ich aus Überzeugung ablehne. Blümel schert sich nicht um Wien, sondern missbraucht die Stadt als Wahlkampf-Bühne.“

Das Wahlprozedere der NEOS setzt sich aus mehreren Stufen zusammen: einer öffentlichen Online-Vorwahl, einem Vorstandsvorschlag und einem Mitgliedervorschlag durch die stimmberechtigten Mitglieder. Schlussendlich werden die gewichteten Punkte aller drei Wahlvorgänge zusammengezählt. Daraus ergibt sich dann der Wahlvorschlag der NEOS.

Gestern wurde die letzte Stufe des Wahlverfahrens erklommen. Circa 1000 Mitglieder waren dabei stimmberechtigt – wobei Corona-bedingt nur 100 Personen bei der Veranstaltung waren. Das Voting erfolgte online.

Um einen Listenplatz – diese Wahl wird separat durchgeführt – bewarben sich 65 Kandidaten. Auf den ersten Plätzen landeten allesamt jene Bewerber, die bereits jetzt im Wiener Gemeinderat vertreten sind. (TT, APA)


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