Verdächtiger nach Kathedralen-Brand in Nantes in U-Haft

Eine Woche nach dem Brand in der Kathedrale von Nantes in Westfrankreich sitzt ein zunächst vorübergehend freigelassener Verdächtiger in Haft. Ein Richter ordnete in der Nacht auf Sonntag Untersuchungshaft für den 39-jährigen freiwilligen Gemeindediener an. Die Ermittler werfen dem Mann Brandstiftung vor.

Die gotische Sankt-Peter-und-Paul-Kathedrale in Nantes war in der Nacht auf Samstag vergangener Woche bei einem Brand schwer beschädigt worden. Das Feuer war an drei weit voneinander entfernten Stellen in der Kirche ausgebrochen. Laboruntersuchungen erhärteten den Verdacht auf Brandstiftung, wie Staatsanwalt Pierre Sennes am Samstag mitteilte.

Bereits wenige Stunden nach dem Brand war der Verdächtige festgenommen und nach einem Tag jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der aus dem ostafrikanischen Land Ruanda stammende Mann arbeitet als Freiwilliger für die Diözese Nantes und war am Vorabend des Brandes für die Schließung der Kathedrale verantwortlich.

Da es keine Spur für ein gewaltsames Eindringen in die Kirche gab, geriet er rasch ins Blickfeld der Ermittler. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Verdächtigen laut Staatsanwaltschaft zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Euro.

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Bei dem Feuer war die große Orgel vollständig verbrannt. Auch ein großes Buntglasfenster in der Fassade sowie Gemälde wurden zerstört oder beschädigt. Eine Schätzung zu den Restaurierungskosten gibt es noch nicht.

Das Feuer weckte in Frankreich Erinnerungen an das Inferno in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame im April 2019. In der Kathedrale in Nantes hatte es zuletzt 1972 gebrannt. Damals hatte ein Dachdecker mit seinem Schneidbrenner ein Feuer im Dachstuhl ausgelöst. Die Kirche war zwischen 1434 und 1891 im Flamboyant-Stil der Spätgotik erbaut worden.


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