WHO meldete Rekord an weltweiten Neuinfektionen

Noch nie seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) innerhalb von 24 Stunden so viele Neuinfektionen gemeldet wie am Freitag und am Samstag. Bis Freitagabend registrierte die WHO die Rekordzahl von 284.196 Fällen. Am Samstagabend lag der Wert mit 284.083 ähnlich hoch. Weltweit wurden bisher knapp 15,6 Millionen Infektionen registriert.

Mit Abstand die meisten Infektionen binnen eines Tages verzeichneten demnach bis Samstagabend die USA mit rund 72.000 neuen Fällen und Brasilien mit fast 60.000. Aus Indien wurden fast 49.000 Neuinfektionen gemeldet, aus Südafrika etwa 14.000.

Weltweit wurden der WHO zufolge seit dem Beginn der Epidemie Ende des vergangenen Jahres bis Samstag knapp 15,6 Millionen Infektionen berichtet. Mehr als 635.000 Menschen starben nachweislich mit einer Coronavirus-Infektion.

WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte zu der Entwicklung kürzlich, man sehe intensive Übertragungen „in einer relativ kleinen Gruppe von Ländern“. Demnach entfallen fast die Hälfte aller bisherigen Fälle auf nur drei Länder: Die USA, Brasilien und Indien hatten bis Samstag zusammen mehr als 7,6 Millionen Fälle registriert. Fast zwei Drittel aller Infektionen gehen laut Tedros auf zehn Länder zurück.

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Australien meldete am Sonntag so viele Corona-Tote gemeldet wie nie zuvor. Zehn Menschen seien binnen 24 Stunden an den Folgen einer Coronavirus-Infektionen gestorben, gab der Regierungschef des stark betroffenen Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, bekannt. Das ist laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP die höchste Zahl von neu gemeldeten Todesfällen in Australien seit Beginn der Pandemie.

Die Behörden in Victoria meldeten zudem 459 neue Ansteckungsfälle - am Samstag waren noch 357 Neuinfektionen verzeichnet worden. Der Bundesstaat mit der Millionenmetropole Melbourne ist weitgehend vom Rest des Landes abgeriegelt, in Melbourne wurden Ausgangsbeschränkungen und eine Maskenpflicht verhängt. Trotzdem seien die Infektionszahlen immer noch „viel zu hoch“, sagte Andrews.

Australien hatte die Ausbreitung des Coronavirus zunächst erfolgreich eingedämmt. Bereits im April gab die Regierung Entwarnung, im ganzen Land wurden die Corona-Regeln wieder gelockert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Coronavirus-Infektionen in Australien liegt inzwischen bei rund 14.000.

Viele italienische Urlaubsorte melden unterdessen hohe Besucherzahlen, doch die Sorge vor Ansteckungen ist groß. In der süditalienischen Region Kampanien wurden Strafen bis zu 1.000 Euro für Lokal- und Geschäftsinhaber erhoben, die sich nicht an das verpflichtende Tragen des Mundnasenschutzes für Kunden und Mitarbeiter hielten.

Die Gesundheitsbehörden in Rom beobachten die Entwicklung der Neuinfektionen mit Sorge. Befürchtet wird, dass die Ansteckungen am Wochenende, an dem viele Italiener in Urlaubsorte verreisen, zunehmen könnten. Alarm schlug der Präsident Kampaniens, Vincenzo De Luca. „Entweder verhalten sich die Personen verantwortungsbewusst oder wir werden in ein bis zwei Wochen zur Ergreifung drastischer Maßnahmen gezwungen sein“, drohte De Luca laut Medienangaben. Er bemängelte, dass sich viele Urlauber nicht an das Tragen von Atemschutzmasken bei Menschenansammlungen halten.

Inzwischen enttäuscht die im Auftrag der Regierung entwickelte Warn-App Immuni die Erwartungen der Gesundheitsexperten. Die App zur Lokalisierung von Infizierten wurde von lediglich 4,3 Millionen Italienern heruntergeladen, was circa zwölf Prozent der Bevölkerung zwischen 14 und 75 Jahren entspricht. Viele Italiener hielten Bedenken über die Sicherheit in puncto Datenschutz vom Herunterladen der App ab.

In Italien wurden am Samstag 275 Neuinfizierte gemeldet, das liegt deutlich unter dem Ziel der Regierung von „Null Patienten“. Die Zahl der Todesopfer ist dagegen stark gesunken. Am Freitag und Samstag wurden Italien-weit fünf Covid-19- Todesopfer gemeldet. In der Lombardei, dem Zentrum des Coronavirus-Ausbruchs in Italien, gab es in den letzten zwei Tagen keine Todesopfer. 35.102 Menschen sind in Italien seit Ausbruch der Pandemie am 20. Februar mit oder am Coronavirus gestorben.

Das Coronavirus breitet sich zunehmend bei Boliviens Ureinwohnern aus. In den indigenen Gemeinden Charagua Iyambae und Yuqui wurden dutzende Infektionsfälle verzeichnet, wie die Nichtregierungsorganisation Cejis am Samstag unter Berufung auf offizielle Angaben aus den Gemeinden mitteilte. In Charagua Iyambae in der Region Santa Cruz und in Yuqui in der Region Cochabamba wurden jeweils 26 Infektionen bestätigt. Um keine weiteren Infektionen einzuschleppen, wurde Charagua Iyambae abgeriegelt. Neuankömmlinge müssen sich einem Test unterziehen. Mehrere Erkrankte aus Yuqui wurden in Krankenhäuser Ivirgarzama und Cochabamba gebracht.

In Bolivien mit seinen elf Millionen Einwohnern wurden inzwischen mehr als 66.000 Coronavirus-Infektionen gezählt. Zudem wurden über 2.400 Covid-19-Todesfälle registriert.

Auf einem großen Bauernhof im niederbayerischen Mamming stehen nach einer Corona-Masseninfektion fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht verlassen. Ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot. Insgesamt 174 Erntehelfer wurden bei der Reihenuntersuchung positiv auf den Corona-Erreger SASARS-CoV-2 getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau mitteilte. „Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, müssen wir zum Schutz der Bevölkerung leider diesen Schritt gehen“, erklärte Landrat Werner Bumeder. Zuvor hatten sich in dem Betrieb bereits sieben Mitarbeiter infiziert - dies war der Anlass des Reihentests.


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