Bad Häring rüstet sich mit Notstrom-Dieselaggregat für einen Blackout

Gemeinde-Einsatzkoordinator Franz Lidl, BM Hermann Ritzer und stv. Bezirksfeuerwehrinspektor und Bauhofleiter Roland Mathes (v. l.) sehen das Notstromaggregat als zentrale Anschaffung für den Katastrophenschutz.
© Hrdina

Bad Häring – Ironisch ist das schon: Man kauft sich ein Gerät, hofft aber, dass man es nie brauchen wird. Für 72.000 Euro rüstete sich die Gemeinde Bad Häring für den Katastrophenfall, der „hoffentlich nie eintreten wird“, wie BM Hermann Ritzer vorausschickt. Ein Notstrom-Dieselaggregat könnte ab sofort bei längeren Stromausfällen („Blackout“) einzelne Gebäude mit Elektrizität versorgen. „Klimaerwärmung, Unwetter oder die Überlastung des Stromnetzes – wir sind jedenfalls abgesichert“, meint Ritzer.

Das im Bauhof stationierte Gerät kann eine Leistung von 200 kVA (160 kW) aufbringen und wird mit Diesel betrieben. Vier Stecker müssen angebracht und einige Hebel in den Häusern umgelegt werden, damit der Stromerzeuger das Gemeindeamt, den Bauhof, das Feuerwehrhaus, die Volksschule – deren Turnsaal als Notquartier für das Rehazentrum fungiert – sowie das Wohn- und Pflegeheim versorgt.

Per Anhänger wird das Aggregat mobil und kann auch zum Wasserpumpen eingesetzt werden – etwa beim Tiefbrunnen in Schwimmbadnähe, wie Einsatzkoordinator Franz Lidl ausführt.

Gespeist wird das Gerät aus dem Dieseltank im Bauhof, der von 2000 auf 6000 Liter ausgebaut werden soll. Eine Woche lang könnte man so die angeschlossenen Häuser mit Strom versorgen.

Zuschüsse gab es für die Anschaffung nicht. Dazu hätte man den Kauf über die Feuerwehr abwickeln müssen, „dann wäre es als Stützpunkt-Gerät auch für andere Gemeinden verfügbar“, erklärt der stv. Bezirksfeuerwehrinspektor und Bauhofleiter, Roland Mathes. „Wir wollten aber vermeiden, dass das Aggregat nicht da ist, wenn man es selber braucht.“ (jazz)


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