Durchs Stilluptal bis zur Grüne-Wand-Hütte: Und überall Wasser

Mit dem Mountainbike ging es von Mayrhofen aus durch das Stilluptal bis zur Grüne-Wand-Hütte. Besonders beeindruckend: die zahlreichen Wasserfälle.

Dazwischen kann man beeindruckende Wasserfälle bestaunen, die u. a. über dem Speichersee herabdonnern.
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Von Irene Rapp

Mayrhofen – Vier Seitentäler hat das Zillertal bei Mayr-hofen und im kürzesten – dem Stilluptal mit 17 Kilometern – waren wir diesmal unterwegs. Mit dem Mountainbike ging es von Mayrhofen bis zum Talschluss, der Grüne-Wand-Hütte. Und so viel steht fest: Jetzt, in diesen Tagen, herrscht dort Hochbetrieb: Unterwegs sind nicht nur zahlreiche E-Biker, sondern auch Autos – wenn auch nur bis zum Stillupspeicher.

Ab dann wird es ruhiger und beschaulicher. An und für sich ist dieser Flecken Tirol jedoch wunderschön: Eine beeindruckende Kulturlandschaft wechselt sich mit schroffen Felswänden ab, über die unzählige Wasserfälle herunterrauschen.

Den Damm des Stillupspeichers erkennt man übrigens erst auf den letzten Metern, da begrünt.
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So kommt man hin: In Mayrhofen auf dem Parkplatz hinter der Bergstation Ahornbahn parken (gebührenpflichtig). Nun geht es auf einer asphaltierten Mautstraße zunächst acht Kilometer hinauf bis zum Stillupspeicher. Am Anfang ist es gleich recht steil, was den E-Bikern, die hier eindeutig in der Mehrheit sind, wenig ausmacht.

Als durchschnittlicher Radler wird man jedoch mitunter eine Pause machen: Nach wenigen Kilometern bietet sich zum Beispiel eine gewaltige Schlucht mit dem Stillupbach an, die sich rechter Hand auftut. Und dann gibt es immer wieder Einkehrmöglichkeiten, wo man sich noch länger aufhalten kann. So z. B. im Alpengasthaus Wasserfall (1127 m), dem Stillupperhaus (1200 m) oder der Grüne-Wand-Hütte (1438 m). Allerdings geht es die meiste Zeit relativ flach dahin und das macht die wenigen Steigungen auch schon wieder erträglicher. Apropos Gasthaus Wasserfall: Wer es sich leichter machen will, kann auch bis hierher mit dem Pkw fahren (die Straße ist allerdings gebührenpflichtig).

Das Stilluptal ist einen Besuch wert: Mit dem Mountainbike wird in Mayrhofen gestartet, Ziel ist die Grüne-Wand-Hütte ziemlich am Talschluss.
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Der Speichersee wurde übrigens vor rund 40 Jahren errichtet, Staumauer gibt es – wie z. B. im benachbarten Zillergründl – keine, dafür einen 450 Meter langen Damm. Dieser wird übrigens mit Messstellen genau überwacht und ist für den Taleinwärts-Kommenden erst erkennbar, wenn man sich kurz davor befindet – da er begrünt ist. Gleich über dem See liegt dann das Alpengasthaus Wasserfall, und wenn man dort am Pool liegt, hat man auch den Wasserfall genau im Auge, der von der anderen Talseite herabdonnert. Apropos Wasserfall: Davon gibt es im Stilluptal – oder Stilluppe, wie die Einheimischen auch sagen – unzählige. Und je nach Niederschlag bzw. Schmelzwasser kann es auch der eine oder andere mehr sein. Ab dem Speichersee wird es dann verkehrstechnisch ruhiger. Zuerst geht es eben dahin, dann kommt man nach einer kurzen Steigung zum Gasthaus Stillupperhaus. Dort befindet sich auch das Erwin-Aschenwald-Platzl: Der bekannte Zillertaler Musiker verbrachte nämlich im Stilluptal einen Teil seiner Kindheit, auch der bekannte Sonntagsjodler ist hier drinnen entstanden.

An einigen Almen vorbei geht es nun weiter taleinwärts, der Stillupbach rauscht laut talauswärts. Vor der Grüne-Wand-Hütte wird es dann noch einmal steiler und dann hat man auch schon die 1895 entstandene und 2009 von einer Lawine schwer zerstörte Einkehr erreicht.

Diese befindet sich in Privatbesitz, Andreas Troppmair ist heuer das zehnte Jahr Pächter. „Das Stilluptal war immer schon gut frequentiert. Aber derzeit ist der E-Bike-Boom unübersehbar“, erzählt er.

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Woher die Hütte ihren Namen hat, ist übrigens nicht genau geklärt: Als Möglichkeit bietet sich eine gegenüberliegende Wand an, die bis weit hinauf begrünt ist. „Es könnte aber auch mit der Grüne-Wand-Spitze zu tun haben“, berichtet Troppmair von der 2946 Meter hohen Erhebung weiter hinten am Kamm der Zillertaler Alpen. Dort sieht man noch einige Gletscher und auf der anderen Seite der Bergspitzen befindet man sich schon im Südtiroler Ahrntal.

Noch zwei Tipps: Wenn man der Straße nach der Grüne-Wand-Hütte noch ein wenig taleinwärts folgt, kann man noch mehr die beeindruckende Bergwelt spüren. Dort lassen sich übrigens mit ein wenig Glück Granate und Bergkristalle finden – ein Bergsteiger, der einen in einem Bachbett gefunden hatte, zeigte uns diesen stolz. Und auf der Grüne-Wand-Hütte haben wir dann u. a. die „Dreierlei Knödel“ gegessen und waren begeistert.

Bei der Rückfahrt kann man noch einmal die schöne Landschaft mit ihren Gasthäusern und Almen genießen. Und bei ganz schönem Wetter lohnt es sich, am Stausee Stopp zu machen und am „Mini-Strand“ am taleinwärts gelegenen „Ende“ des Sees die Füße ins Wasser zu tauchen.

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