WWF weist Kritik von WK-Präsident Walser zurück

Die Umweltschutzorganisation WWF weist die Kritik von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser zurück und fordert eine seriöse Prüfungs­praxis ein. „Der Verbauung des Längentals mit dem Kraftwerk Kühtai markiert einen Tiefpunkt in der Tiroler Naturschutzpolitik und ist ein gutes Beispiel dafür, wie Fehlplanungen zu überlangen Verfahren führen“, sagt WWF-Naturschutzexperte Christoph Walder und verweist auf die mangelhaften Projektunterlagen. „Das Projekt stand im Konflikt mit dem Naturschutzgesetz. Da ist es kein Wunder, dass die Kritik an dem Projekt von Bürgerinitiativen, Tourismusverbänden und Umwelt- und Naturschutzorganisationen so groß war.“ Es sei nicht das erste Mal, dass Interessenvertretungen aus Industrie und Wirtschaft Großprojekte schneller durchpeitschen wollen – oftmals auf Kosten der Natur und gegen den Willen der Betroffenen. „Unter dem Vorwand, Verfahren beschleunigen zu wollen, wurde immer wieder versucht, kritische Stimmen vom Verfahren auszuschließen, wie etwa beim Kraftwerk Tumpen-Habichen.“

Für den Europa­sprecher der SPÖ, Benedikt Lentsch, kann der Neustart der Euregio nur über pro-europäische Kräfte in Tirol, Südtirol und dem Trentino gelingen. „Migration, Transit, Corona – man hat eher den Eindruck, dass die Verantwortlichen nördlich und südlich des Brenners jede Gelegenheit nutzen, um die Zusammenarbeit zurückzudrängen, statt nach gemeinsamen Antworten zu suchen.“ (pn)


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