Die „Grand Tours“ warten auf die Tiroler Jung-Profis Gamper und Gall

Der Giro d’Italia mit Patrick Gamper, die Vuelta mit Felix Gall: Der dichte Rad-Kalender bringt große Renneinsätze.

Patrick Gamper freut sich bereits auf den Giro d’Italia.
© Ötztal Tourismus

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Für die Tiroler Patrick Gamper und Felix Gall ist heuer das erste Jahr als Rad-Profi – und 2020 hat es ja bekanntlich in sich. Kein Stein blieb auf dem anderen, der Kalender wurde völlig durchgeschüttelt. Am Ende geht es ab Samstag (Strade Bianche) binnen drei Monaten Schlag auf Schlag mit Klassikern und großen Rundfahrten.

Doch genau darin liegt für die Jugend die große Chance: Weil sich mit Tour de France (28.8.–20.9.), Giro d’Italia (3.–25.10.) und Vuelta (20.10.–8.11.) die drei „Grand Tours“ aneinander reihen und teils überschneiden, müssen viel­e mehrgleisig planen. Das bringt der „zweiten Garde“ ungeahnte Möglichkeiten. So auch Gall und Gamper.

„Für mich ist die Krise sportlich gesehen mehr eine Chance“, sagt der 23-jährige Bora-hansgrohe-Fahrer Gamper. „Ich habe mehr Zeit, um mich einzugewöhnen, und bekomme mehr Renneinsätze.“ Darunter ist für den Münsterer auch der ganz große Wurf als Rookie: der Giro d’Italia. „Dass ich den Giro fahre, ist für mich eine Riesensache“, schwärmt Gamper, der den dichten UCI-Kalender lobt („Sie haben alles Mögliche getan, es ist ein guter Plan“).

Felix Gall nimmt die Vuelta als Höhe­punkt ins Visier.
© Team Sunweb

Mit dem Wallonischen Pfeil (30.9.) fährt Gamper einen großen Klassiker – ebenso wie der Osttiroler Gall. Der Junioren-Weltmeister von 2015 tritt seit heuer für das Team Sunweb in die Pedale. Das erste Mal nach der Corona-Pause wartet die Tschechien-Rundfahrt (6.–9.8.), danach wird es ruhiger. Bis zum (fast sicheren) Saisonhöhepunkt: der Vuelta. „Es ist genial. Sonst hätte ich nie die Chance gehabt, so ein Rennen zu fahren. Es sieht sehr gut aus, dass ich dabei bin“, sagt der 22-Jährige, der sich in der Pause zuhause (Nußdorf-Debant) in Form hielt. Zuletzt ging es nur für drei Wochen ins Trainingslager in Kühtai. Dort zeigte Gall auch seine Poker-Künste. Aber mehr als Lehrer denn als Spieler: „Ich habe allen erklärt, wie es geht. Und dann habe ich nur verloren.“


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