Geplanter Grillplatz in Kranebitten: Emotionen kochen hoch

Es ist unklar, wann die Waldfläche in Kranebitten abgeholzt wird. Die ILK war nicht informiert und findet den Standort nicht geeignet.

(Symbolbild)
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Innsbruck – Helga Auer, mittlerweile 2. Obmann-Stellvertreterin der Initiative Lebensraum Kranebitten (ILK), ist eine besonnene Kämpferin für ihren Stadtteil. Und sie hat ein akribisch geführtes Archiv. Darin finden sich die ersten Unterlagen und öffentlichen Debatten um einen Grillplatz in Kranebitten aus dem Jahr 1998. Über zwei Jahrzehnte später und zwei Jahre nach der letzten großen Debatte steht der Grillplatz wieder auf der Tagesordnung der Innsbrucker Stadtpolitik – die TT berichtete. Auf einer Waldfläche zwischen Campingplatz und Kaserne, die wegen Baumschäden ohnehin gerodet werden sollte (so sagt es die Stadt), wird ein neuer Grillplatz entstehen. Anrainer befürchten erneut Geruchs- und Lärmbelästigung.

Die ILK zeigt sich „überrascht“. Man sei nicht informiert worden, sagen Auer und der neue Obmann Danie­l Tschofen, die sich bei dem Thema vor keinen parteipolitischen Karren spannen lassen wollen. Für die ILK ist der neue Standort schlecht. Er liege zu nah an den Wohnanlagen. Und man wäre gern­e in den Entscheidungsprozess eingebunden gewesen. Tschofen: „Hier wird viel Geld ausgegeben, während es uns gegenüber bei der Kinder­gartenerweiterung den Verweis auf fehlende Mittel gegeben hat.“ Eigentlich ist der neue Grillplatz fix, aufgeben will man seitens der ILK aber noch nicht.

Unklar ist, wann die Waldfläche gerodet wird. Das hängt von den Kapazitäten beim Forstamt ab. Am 23. Jänner gab es eine Begutachtung der Bäume und die Entscheidung, dass das Risiko von Windwürfen zu groß ist. Dann entstand die Idee, den Grillplatz anzusiedeln, und man wollte laut Stadtmagistrat noch entscheiden, welche Bäume dafür stehen gelassen werden. Wegen der Corona-Krise seien diese Arbeiten dann im März nicht mehr durchgeführt worden.

Eine Rodungsbewilligung liegt noch nicht vor. Das betrifft aber nicht die Schlägerungen, die können im forstwirtschaftlichen Interesse durchgeführt werden. Die Bewilligung betrifft nur die Nutzun­g. (mw)


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