Frauen bekommen um 42 Prozent weniger Pension

Am Donnerstag ist Equal Pension Day - das ist jener Tag, an dem der durchschnittliche Pensionist seit Beginn des Jahres jenen Betrag erhalten hat, den die durchschnittliche Pensionistin erst mit Jahresende erreichen wird. Frauen bekommen demnach um 41,9 Prozent weniger Pension als Männer. Die SPÖ-Frauen und der Frauenring warfen am Dienstag der Regierung Untätigkeit dagegen vor.

Die SPÖ-Frauen machen in ganz Österreich bei Straßenaktionen mit Tafeln auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam. SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek hielt der Regierung vor, die Frauen mit allen ihren Sorgen vollkommen im Stich zu lassen. In einer Aussendung beklagte sie, dass die Coronakrise die Frauen am Arbeitsmarkt mit voller Wucht treffe und die Frauen zusätzlich noch den Löwenanteil der unbezahlten Arbeit machen müssen. Heinisch-Hosek bekräftigte ihre Forderungen nach einem steuerfreien Mindestlohn von 1.700 Euro, einer Lohntransparenz nach isländischem Vorbild und einem Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Gratis-Kinderbetreuungsplatz.

Auch die Vorsitzende des Österreichischen Frauenringes, Klaudia Frieben, warf der Regierung Untätigkeit im Kampf gegen die Altersarmut von Frauen vor. „Es ist fünf nach 12 für Frauen in Österreich. Wir dürfen nicht zulassen, dass Frauen von heute die Armen von morgen sind“, sagte Frieben in einer Aussendung. Auch sie beklagte, dass Frauen die Hauptlast der unbezahlten Betreuungspflichten leisten und von der Arbeitslosigkeit in der Coronakrise am stärksten betroffen sind.

Die NEOS bekräftigten anlässlich des Equal Pension Day ihre Forderung nach Änderungen im Pensionssystem. Sie plädieren für ein Pensionskonto, in dem alle Pensionsansprüche der ersten, zweiten und dritten Altersvorsorgesäule dargestellt werden, „damit Frauen wissen, wo sie bezüglich ihrer Pension stehen“, forderte Frauensprecherin Henrike Brandstötter.

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Neben einer rascheren Angleichung des Pensionsantrittsalters für Frauen verlangen die NEOS auch ein automatisches Pensionssplitting, einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr, mehr Anreize für Väter, in Karenz zu gehen und sich an der Kindererziehung zu beteiligen, damit Frauen nicht mehr in die Teilzeitfalle tappen.

ÖGB-Frauenvorsitzende Korinna Schumann forderte angesichts der hohen Arbeitslosigkeit auch für Frauen spezielle Beschäftigungs- und Qualifikationsprogramme. Denn eine lange Arbeitslosigkeit schlage sich später auch in niedrigeren Pensionen nieder. Die ÖGB Frauen wollen außerdem die stufenweise Verlängerung der Anrechnung der Kindererziehungszeiten bis zum 8. Lebensjahr des Kindes, statt bisher bis zum 4. Lebensjahr - und das unabhängig vom Beschäftigungsausmaß.


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