Anschober (noch) gegen Maskenpflicht in Schulen ab Herbst

Für Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kommt die Forderung von Lehrergewerkschafter Paul Kimberger nach einem Mund-Nasen-Schutz für Schüler und Lehrer ab Herbst noch zu früh. Im Bildungsministerium werde bereits an Szenarien für den Schulbeginn im September gearbeitet, versicherte Anschober. Auf ihre Öffnung weiter warten müssen die Clubs. Vielen von ihnen droht die Luft auszugehen.

Was die Corona-Tests an deutschen Grenzen angeht, sei man in Gesprächen mit dem deutschen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn - vielleicht schaffe man da eine gemeinsame Vorgangsweise. Gratis Tests für Urlaubsrückkehrer wird es aber in Österreich wohl nicht spielen. Es gebe dazu keine Planungen, sagte Anschober.

Österreichweit ist die Zahl der neu mit dem Coronavirus infizierten Personen in den vergangenen 24 Stunden wieder dreistellig gewesen. Mit Stand Vormittag waren 119 Personen in Österreich betroffen. Die Verteilung über das Land werde gleichmäßiger, sagte Anschober. Man habe mit verstärkten regionalen Clusterbildungen gerechnet, wichtig sei es nun, diese in Schach zu halten, um eine zweite Welle zu verhindern.

Deshalb teste man in Österreich „so viel wie nie zuvor“. Er appelliere weiterhin an alle Tourismusbetriebe, das Test-Angebot für die Mitarbeiter anzunehmen. Positiv hervorgehoben wurden von Anschober die Screening-Testungen in Risikobereichen. Im Juli habe es in Schlachthöfen 2.037 Testungen gegeben, davon 33 positive, in 485 Testungen und kein einziges positives Ergebnis.

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Keine guten Nachrichten hatte Anschober am Dienstag für die Clubs. Diesen konnte der Minister noch immer keine Perspektive zum Aufsperren bieten. Man evaluiere die Situation alle zwei Wochen. Dass es diese Betriebe wirtschaftlich extrem treffe und sich die Regierung um sie kümmern müsse, gestand Anschober ein.

Die Coronakrise könnte jedenfalls das Aus für viele Wiener Clubs bedeuten. Bei einer Pressekonferenz der Vienna Club Commission am Dienstag schlugen mehrere Betreiber Alarm. Sie bekräftigten ihre Forderung nach einer Übernahme von 100 Prozent der Fixkosten und forderten Planungssicherheit. Derzeit werden maximal 75 Prozent der Fixkosten abgedeckt.

Seit viereinhalb Monaten sind Wiens Clubs wegen der Coronakrise geschlossen oder haben nur sehr eingeschränkt geöffnet. „Die Boxen sind still“, sagte Stefan Niederwieser von der Vienna Club Commission. Noch sei keinerlei Öffnung in Sicht. Die Situation sei „dramatisch“ und „existenzbedrohend“. Vielen werde „die Luft ausgehen“, warnte er.

„Wir waren die erste Branche, die von der Schließung betroffen war, und wir werden die Letzten sein, die wieder aufsperren“, prophezeite Gregor Imhof vom Sass Music Club am Karlsplatz. „Wir brauchen Planungssicherheit“, forderte er. Zuletzt war die in Aussicht gestellte Lockerung für die Nachtgastronomie und eine Verlängerung der Sperrstunde bis 4.00 Uhr ab 1. August verschoben worden. Seither habe man nichts mehr gehört, klagte Imhof.

„Ich halte es für eine Sauerei, dass wir fast fünf Monate auf eine Ansage warten müssen“, sagte Stefan Stürzer. „Sperren wir heuer noch einmal auf oder nicht und wir bekommen einen Fixkostenzuschuss von 100 Prozent?“, so Stürzer, Direktor des Werk, dessen Fixkosten monatlich bei rund 15.000 Euro liegen. „So wie es jetzt ausschaut, stehen wir wirklich vor einem Massensterben der Clubs“, sagte er.

„Das Überleben der Clubs ist auch für uns überlebenswichtig“, betonte Linda Schürer-Waldheim vom Konzertveranstalter Arcadia Live. Rund 300 bis 400 Shows veranstaltet Arcadia Live pro Jahr in Österreich. 2019 fanden laut Schürer-Waldheim zwei Drittel davon in Wien statt und wiederum 62 Prozent davon in den Clubs.


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