Pächterin der Olpererhütte: „Es gibt hier mehr als nur die Brücke“

Hohe Schulden, kaum Gäste: Die Pächterin der Olpererhütte hatte 2008 einen schwierigen Start. Dann fing ihr Sohn an zu fotografieren.

Hüttenpächterin Katharina Daum und ihr Sohn Manuel.
© Daum

Von Angela Dähling

Ginzling – „Es ist nicht nur die Brücke, weshalb die Menschen hierherkommen. Es ist das Gesamtpaket“, meint Katharina Daum, Pächterin der Olpererhütte zum Ansturm am Schlegeis-Speichersee und dem damit verbundenen Verkehrsproblem. Wie gestern berichtet, ist eine an sich unspektakuläre Brücke nahe der Olpererhütte durch soziale Netzwerke zum Foto-Hotspot geworden.

Vor zwölf Jahren, als Katharina Daum die frisch umgebaute Olpererhütte übernahm, war die Situation noch eine andere. „Wir hatten anfangs weder Stühle noch Tische, dafür jede Menge unbezahlte Rechnungen und fast keine Gäste“, blickt sie zurück. Mit ihrem Sohn Manuel, der auf der Tourismusschule maturiert hatte und als Koch die neue Herausforderung auf über 2400 m Seehöhe annahm, wagte sie einen Neustart. Zuvor hatte die alleinerziehende Mutter auf einer privaten Schutzhütte im Zillertal gearbeitet. „Schon da machte Manuel als Elfjähriger den besten Kaiserschmarrn weit und breit“, erzählt sie stolz. Medizin oder Jura hätte er studieren können, schildert sie. „Aber er wollte wieder auf eine Schutzhütte.“

Koch und Hobbyfotograf Manuel Daum hielt auf Bildern wie diesem die Stimmung hoch oben bei der Olpererhütte fest.
© Manuel Daum

Und weil Manuel (33) nicht nur gut kochen, sondern auch gut fotografieren konnte, fing er mit seiner Kamera für den Hüttenprospekt die schöne Umgebung ein. Darunter auch die besagte Brücke. Die Fotos landeten später bei der Zillertal Tourismus GmbH und in Zeitschriften. „Es gibt hier so viel mehr zu sehen als diese Brücke, und die Leute kommen zu uns, weil Küche und Service passen“, ist Katharina Daum überzeugt. 15 Mitarbeiter hat sie inzwischen. „Aber wir haben und werden das Platzangebot bei uns nicht erweitern, auch wenn die Leute manchmal warten müssen.“ Zum Parkplatzproblem meint Manuel Daum: „Man könnte Liftparkplätze, die im Sommer leer stehen, verwenden und von dort Shuttlebusse zum Schlegeis fahren lassen.

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