(K)eine Hexerei: Neue Gondelbahn in Söll lockt Gäste

Am Wochenende nimmt die neue Seilbahn beim Hexenwasser in Söll Fahrt auf. Schon jetzt gibt es großen Andrang auf die neuen Abenteuer.

Zauberhaft: Auf dem Rücken der Hohen Salve dreht sich alles um Hexerei. In den 72 Gondeln sind mystische Geschichten zu hören.
© Hexenwasser

Söll – Die Hexenbesen kehren fleißig am Rücken der Hohen Salve in Söll. Am Samstag soll schließlich alles perfekt sein, wenn das Hexenwasser in ein „neues Zeitalter“ schreitet, wie Walter Eisenmann, GF der Bergbahnen Söll, titelt. Mit einer neuen Gondelbahn und einem Hexen-Hauptquartier hat man das Angebot im erfolgreichen Bergerlebnis heuer erweitert und dafür 22 Mio. Euro investiert.

Erstmals nimmt am Wochenende die neue 10er-Gondelbahn Fahrt auf. Es ist nicht nur eine Reise auf den Berg, sondern auch in fantastische Welten. In jeder der 72 Kabinen wird über Lautsprecher eine ein- bis zweiminütige mystische Kurzgeschichte zu hören sein. Eingesprochen wurden diese von Söller Gemeindebürgern, die hiesige Blasmusikkapelle lieferte dazu die passenden Töne.

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In der „Hexerei“ kann man sich in zehn Stuben gar zu einem richtigen Zauberkünstler ausbilden lassen – vom Hexenbesen-Bauen bis zum Barfuß-Pfad. Dabei ist schon das Haus selbst einen Besuch wert: Es handelt sich um einen 300 Jahre alten Bauernhof. „Er wurde in Söll unterhalb des Bergdoktor-Hauses abgetragen und eins zu eins in Hochsöll wieder aufgebaut“, freut sich der Gründervater über das historische Gut.

„Vom Stress herunterkommen, langsamer, gefühlvoller leben – eben wie im Hexenzeitalter“, das will Eisenmann für seine Gäste ermöglichen. Entschleunigung gab es für ihn und sein Team zuletzt aber kaum. Die Pandemie wirkte sich auch auf die Großbaustelle aus. „Für den Abbruch der alten Seilbahn hatten wir eine Vorarlberger Firma engagiert. Die durften während des Lockdowns aber zwei Wochen lang nicht einreisen“, erinnert sich der Unternehmer an den März zurück. Den Eröffnungstermin habe man auf den 1. August verlegt, um zeitlichen Spielraum zu haben. Auf die große Feier werde man aus Sicherheitsgründen verzichten.

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200.000 Gäste besuchten von August bis Ende Oktober 2019 das Ausflugsziel im Tiroler Unterland, das besonders bei Tagesgästen aus Bayern beliebt ist. Heuer rechnet Eisenmann mit 130.000 Besuchern, „es herrscht schon ziemlicher Andrang“. An Spitzentagen werden 3500 Tickets vergeben, 300 Gäste beschreiten die Pfade zu Fuß. Bedenken wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus hat Eisenmann kaum. Beim höher gelegenen Lift auf die Hohe Salve (seit 30. Mai in Betrieb) handeln die Gäste bewusst: „Familien oder Paare nehmen eigene Gondeln für sich.“ Sicherheit ist eben doch keine Hexerei. (jazz)


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