Bundesliga-Verfahren gegen SV Mattersburg eingeleitet

Die Finanz- und Personalprobleme des SV Mattersburg in Zusammenhang mit dem Bilanzskandal der Mattersburger Commerzialbank haben am Mittwoch zur Einleitung eines Verfahrens durch den Senat 5 der Fußball-Bundesliga geführt. Bis Donnerstag nächster Woche müssen die Burgenländer den Nachweis erbringen, dass die für die Beibehaltung der Lizenz nötigen Kriterien zu erfüllen sind.

Dies umfasst sportliche, personelle, rechtliche und infrastrukturelle Kriterien. Der Club sei gefordert, seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit insbesondere im Hinblick auf die kommende Saison (ab 11. September) nachzuweisen. „Der Senat 5 hat mit seiner Entscheidung klar gemacht, dass hier mehrere Fragen unzureichend beantwortet worden sind“, sagte Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer zur APA. „Es müssen alle A-Kriterien, die Muss-Kriterien, die für den Lizenzerhalt notwendig sind, bestätigt werden.“

Dabei geht es um personelle Kriterien, wie aufrechte Verträge von administrativem und technischem Personal; oder auf sportlicher Ebene etwa die Kaderkontingentierung, die für den Profibereich 25 Profis vorschreibt. Auf struktureller Ebene müssen vertretungsbefugte Organe benannt werden und notwendige Nutzungsverträge, etwa hinsichtlich des Stadions, bestätigt werden. Aber es geht auch um klassische Budgetauskünfte, wie etwa die Sponsoren betreffend.

Einen solchen, wichtigen Sponsor hat der SV Mattersburg durch die Schließung der Commerzialbank, gegen die am Dienstag ein Konkursverfahren eingeleitet wurde, verloren. Martin Pucher, der Gründer der Bank und Clubchef des SVM, hat ebenso wie ein Vizepräsident seinen Rücktritt im Verein erklärt. Der Club hat für 5. August eine Hauptversammlung einberufen. Da müssten diese Schritte auch laut Vereinsrecht vollzogen werden. Gleichzeitig wird sich weisen, ob es möglich ist, den Spielbetrieb fortzuführen.

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Laut „Standard“ (online) wurden auch Sponsorverträge gefälscht. Konkret dürfte es sich dabei etwa um künstlich aufgeblasene Sponsorzahlungen der Energie Burgenland drehen. Das Unternehmen unterstützt den Fußballverein seit der Saison 2005/2006 „mit einem Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich“, wie seine Sprecherin Hannelore Halwax auf Anfrage der Zeitung erklärte. Die erste Sponsoringvereinbarung sei noch vom Vorgängerunternehmen der heutigen Energie Burgenland eingegangen worden. Die Gegenleistungen des SV Mattersburg würden erbracht, so die Unternehmenssprecherin.

Der Haken: Die Sponsoringzahlungen sollen in der Bank wesentlich höher dargestellt worden sein, ohne Wissen des Energieversorgers. Auf diese Weise könnte es auch zu einem Schwindel-Sponsoring von Wüstenrot für die burgenländischen Fußballer gekommen sein. Wüstenrot jedenfalls sponsert den Verein nicht, erklärt das Unternehmen laut „Standard“. Auch die Skandalbank selbst war Sponsor des SVM.

Zunächst hat der SVM nun ein Lizenzverfahren unwiderruflich auf dem Tisch. „Ich nehme an, es wird aufgrund der Dringlichkeit sehr schnell abgeführt werden“, sagte Ebenbauer. Die Fristen sind kürzer als bei einem Senat-1-Verfahren, wie es zuletzt beim LASK der Fall war. Nach einer erstinstanzlichen Entscheidung gibt es eine 8-Tages-Protestfrist und nach einer Entscheidung in zweiter Instanz eine 8-Tages-Klagsfrist beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht. „Ich gehe davon aus, dass es eine endgültige Entscheidung bis Ende August beziehungsweise Anfang September gibt“, sagte Ebenbauer.

Die Ja-oder-Nein-Entscheidung des Senates 5 bezüglich der Lizenz kann verschiedene Folgen haben. „Ein Lizenzentzug ist nicht automatisch ein Zulassungsentzug. Bleibt die Zulassung, dann folgt die Eingliederung in die zweite Spielklasse“, erklärte Ebenbauer. „Wird die Lizenz und die Zulassung entzogen, folgt ein Ausscheiden aus der Bundesliga.“ Dann obliegt es dem Landesverband zu entscheiden, wo der Club wiedereingegliedert wird.


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