TVB-Obmann und Bergbahn-Vorsitzender Theurl: „Es geht nicht um Macht“

Franz Theurl ist Obmann des Tourismusverbandes Osttirol und führt nun auch den Aufsichtsrat der Lienzer Bergbahnen an.

Franz Theurl, Aufsichtsratsvorsitzender der Lienzer Bergbahnen: „Eine Übernahme der Bergbahnen durch einen Investor schließe ich aus.“
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz – 35 Jahre lang war der Osttiroler Tausendsassa des Tourismus, Franz Theurl, Mitglied des Aufsichtsrates der Lienzer Bergbahnen. Seit einer Woche sitzt er dem Gremium erstmals vor. „Eine ehrenamtliche Aufgabe“, betont der Obmann des Tourismusverbandes Osttirol. Eine Unvereinbarkeit sieht Theurl in beiden Funktionen nicht. „Ganz im Gegenteil. Es gibt kaum jemanden, der die Bergbahnen so lange und so gut kennt wie ich“, erklärt Theurl. Befürchtungen, dass die anderen Regionen des Bezirkes eine Konzentration auf den Ballungsraum Lienz zu befürchten hätten, zerstreut der Vorsitzende: „Seit der Zusammenführung zu einem Verband haben die Pflichtbeiträge der Wirtschaft im Talboden 30 Millionen Euro in die Täler gespült. Ich bin ein Bezirksmensch. Es geht dabei nicht um Macht, sondern um echte Verantwortung.“

Theurl kann auch einem Freizeitticket Osttirol, wie es die Liste Fritz schon seit acht Jahren vorschlägt, etwas abgewinnen: „Es gibt Gespräche mit dem Landeshauptmann, so viel kann ich sagen. Aus heutiger Sicht ist eine solche Jahreskarte für die heimische Bevölkerung durchaus möglich, eine Unterstützung des Landes vorausgesetzt.“ Die Lienzer Bergbahnen seien finanziell auf einem sehr guten Weg. „Eine Eigenkapitalquote von 80 Prozent kann kein anderes Seilbahnunternehmen in Tirol vorweisen“, sagt Theurl. Dem interimistischen Geschäftsführer Mario Tölderer streut der Vorsitzende Rosen: „Er hat sich sehr gut eingearbeitet und die Mannschaft hinter sich.“

Eine Übernahme der Bahnen durch einen Investor schließt der Aufsichtsratschef aus. „Beteiligungen ja, aber die Gestaltungsbefugnis dürfen wir niemals aus der Hand geben. Die Bergbahnen sind außerdem der einzige Realwert in der Bilanz des Tourismusverbandes Osttirol.“ Die Bike-Trails am Hochstein, die dort geplante Naturrodelbahn der Stadt und die Freizeitanlagen am Zettersfeld seien der richtige Weg, die Besucherfrequenzen in beiden Gebieten zu steigern. „Wir haben eine Aufbruchsstimmung geschaffen.“

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte