Fuzo-Pläne sorgten in Mayrhofen für Debatten

Die obere Hauptstraße in Mayrhofen soll auch im Sommer nachmittags zur Fußgängerzone werden. Das passt nicht allen.

Der Gemeinderat lud die Bürger Donnerstagabend zur Diskussion über die geplante Fußgängerzone ins Europahaus.
© Dähling

Von Angela Dähling

Mayrhofen – Der Mayrhofner Gemeinderat plant, die obere Hauptstraße nun auch im Sommer von 1. Juli bis Mitte Oktober (außer samstags) von 14 bis 18 Uhr zur Fußgängerzone zu machen. Viele Ausnahmen/Fahrgenehmigungen sollen sicherstellen, dass sich trotz Fuzo Zufahrtsprobleme für diverse Interessengruppen in Grenzen halten. Auch Busse dürfen fahren.

Im Winter gibt es diese Regelung schon länger. Grund für die Einführung waren die vielen Wintersportler, die am Ende eines Skitages zu Tausenden aus der Ahorn- und Penkenbahn stiegen und zu ihren Unterkünften gingen. Doch auch im Sommer ist viel los in der Mayrhofner Einkaufsmeile. Mit über 12.000 Fußgängern und Radfahrern zwischen 8 und 20 Uhr in etwa gleich viele wie im Winter. Das hat zumindest eine Zählung der Gemeinde ergeben.

Donnerstagabend konnten sich Anrainer und Geschäftsbetreiber zum Thema äußern. Die Meinungen gingen wie erwartet auseinander. Dass der Verkehr auf der Bundesstraße so weiter zunehmen werde und Begleitmaßnahmen fehlen würden, waren Kritikpunkte. Einige Geschäftsinhaber fürchten um ihre Existenz. „Wir leben nicht nur von den Gästen, sondern auch von Einheimischen. Und die kommen nicht mehr, wenn sie nicht vor der Tür parken können“, meinten sie. Ein Anrainer fürchtete: „Ich werde zum Almöhi mitten im Dorf, weil mich keiner mehr besuchen kann.“ Kritik wurde am Zeitraum laut, die Hauptsaison (Juli/August) würde reichen. Und damit das Weihnachtsgeschäft nicht leide, solle im Winter die Sperre für den Individualverkehr vom 8. Dezember auf nach Weihnachten verlegt werden, so eine weitere Forderung.

Es gab aber auch andere Töne. Eine Vermieterin nannte die Fuzo „eine massive Bereicherung“. Es sei wichtig, den Verkehr zu minimieren. „Ich sage meinen Gästen, sie können ihr Auto stehen lassen, alles ist prima zu Fuß in Mayrhofen erreichbar.“ Sterben werde keiner in der Hauptstraße wegen der Fuzo. Ein Hotelier aus der unteren Hauptstraße bedauerte, dass die Fußgängerzone nicht auch dort eingeführt wird. Laut Verkehrsausschuss­obmann Markus Bair gehe es darum, ein Einkaufserlebnis zu inszenieren. So sei eine Neugestaltung der Straße für die Fuzo geplant. Einig schien man sich in einem: So wie im Nachbarort Ramsau, wo diverse Fachmärkte entstanden, die Verkehr anziehen, wolle man sich in Mayrhofen nicht entwickeln.

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