Bolsonaro: Brasilianer sollen „sich dem Virus stellen“

Nach der Überwindung seiner Corona-Infektion hat Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro seine Landleute aufgefordert, „sich dem Virus zu stellen“. Es gebe nichts zu befürchten, sagte der rechtsradikale Präsident am Freitag vor Reportern. „Ich wusste, dass ich mich eines Tages anstecken würde, denn ich glaube, dass leider fast jeder hier sich irgendwann anstecken wird“, führte Bolsonaro weiter aus.

„Ich bedauere die Todesfälle. Aber Menschen sterben jeden Tag, an vielen Dingen. So ist das Leben“, sagte er am Freitag. Anfang Juli hatte Bolsonaro bekannt gegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Vor einigen Tagen erklärte er sich aber als genesen. Am Donnerstag war Bolsonaros Ehefrau positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Bolsonaro ist bekannt dafür, die Gesundheitskrise herunterzuspielen. Die Krankheit bezeichnete der 65-Jährige anfangs als „kleine Grippe“ (gripezinha). Er hatte sich zudem wiederholt über eine in der Hauptstadt Brasília geltende Maskenpflicht hinweg gesetzt und das Abstandsgebot missachtet. Erst am Donnerstag begrüßte er bei seiner ersten öffentlichen Veranstaltung seit seiner Erkrankung seine Anhänger im nordöstlichen Bundesstaat Piaui und nahm unter lautem Jubel seine Gesichtsmaske ab.

In Brasilien gab das Gesundheitsministerium unterdessen 52.383 neue Infektionen in den vergangenen 24 Stunden bekannt, 1.212 Menschen starben im selben Zeitraum an dem Virus. Mit mehr als 2,6 Millionen nachgewiesenen Infektionen und über 96.000 Toten ist Brasilien das am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Nur die USA haben mehr Opfer zu beklagen.

Dort breitet sich das Virus auch weiter rasant aus. Nach Angaben der Seuchenbehörde CDC steckten sich am Freitag 68.042 Menschen mit dem Virus an. Damit stieg die Zahl der Infizierten auf 4.473.974. 1.216 Menschen starben an dem Virus. Damit sind bereits 150.283 US-Amerikaner dem Virus erlegen.

Mexiko wurde unterdessen zum Land mit der weltweit dritthöchsten Zahl an Coronatoten. Wie das Gesundheitsministerium in Ciudad de México mitteilte, sind 46.688 Menschen im Land infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, mehr als in Großbritannien. Insgesamt werden in Mexiko 424.637 Coronafälle gezählt.

Weltweit haben sich einer Reuters-Zählung zufolge mittlerweile mehr als 17,52 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 676.442​ Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.


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