Deutsche Ministerin für Maskenpflicht an Schulen

Kurz vor dem Ferienende in sechs deutschen Bundesländern hat sich Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) für eine Maskenpflicht in Schulgebäuden ausgesprochen. Es sei zwar nachvollziehbar, „wenn Länder auf Abstandsregeln in den Schulen verzichten wollen, weil die räumlichen Bedingungen ansonsten nur eingeschränkt Präsenzunterricht zulassen würden“, sagte sie der „Welt am Sonntag“.

„Dennoch wird der Präsenzunterricht nur dann funktionieren können, wenn weitere Regelungen zur Hygiene, zum Tragen von Schutzmasken sowie zum Abstandhalten auf dem Schulhof und auf den Fluren strikt eingehalten werden“, so Karliczek. Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll allerdings nicht im Unterricht selbst gelten. In anderen Ländern wie etwa Nordrhein-Westfalen ist von freiwilligen Maskengeboten die Rede, oder es liegt - wie in Hessen oder Sachsen - im Ermessen der Schulen.

Am Montag startet Mecklenburg-Vorpommern als erstes deutsches Bundesland ins neue Schuljahr, Hamburg folgt am Donnerstag. In der Woche darauf geht es in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein los.

Der bayerische MInisterpräsident Markus Söder (CSU) hat sich unterdessen aufgrund der steigenden Zahl an Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen von Corona-Maßnahmen und für höhere Bußgelder ausgesprochen. „Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt“, sagte Söder der „Bild am Sonntag“. Die steigenden Fallzahlen in Deutschland machten ihm „große Sorgen“. „Ebenso die Urlaubs- und Familienheimkehrer, die aus den verschiedenen Teilen Europas zurückkommen“, fügte er hinzu.

Der bayerische Ministerpräsident warnte, „wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen“. Gefragt sei „absolute Wachsamkeit“, deshalb sei „jetzt nicht die Zeit für neue Lockerungen oder naive Unvorsichtigkeit“. Das Virus bleibe eine Daueraufgabe, „die uns permanent unter Stress setzt“. Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden. Dazu gehörten auch die „extremen Lockerer und Verschwörungstheoretiker, die alle Maßnahmen schnellstens aufheben wollten“. Jeder, der Corona unterschätze, sei widerlegt worden.

Die zweite Welle sei „praktisch doch schon da“, sagte der bayerische Ministerpräsident. „Sie schleicht durch Deutschland. Es gilt daher, noch aufmerksamer zu sein und rasch und konsequent zu reagieren. Je schneller wir handeln, desto geringer sind die Folgen.“

Vor diesem Hintergrund lehnte Söder Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison ab. Er bezweifle, dass im August weitere Lockerungen beschlossen werden könnten. „Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25.000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar.“ Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, „wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde“.

Die Deutsche Bahn forderte Söder dazu auf, dafür zu sorgen, dass die Fahrgäste die Maskenpflicht einhalten. Wer dagegen verstoße, müsse die Konsequenzen tragen. Söder forderte hier höhere Bußgelder. Auch Rückkehrer aus einem Risikogebiet, die sich einem Corona-Test verweigerten, sollten mit einem Bußgeld belegt werden, meinte Söder.


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