Zwischen Telfs und Indonesien: Die Liebe in Zeiten von Corona

Auch ein Telfer leidet unter den Reisebeschränkungen. Er kann seine Freundin in Indonesien nicht besuchen.

Ein Bild aus glücklicheren Tagen. Stefan Klotz mit seiner Freundin Alicia. Momentan trennen die beiden über 11.000 Kilometer.
© Klotz

Von Amina Stainer

Telfs – Der Telfer Stefan Klotz ist 25 Jahre alt, Medizinstudent und seit über vier Jahren mit seiner Freundin Alicia zusammen. Eigentlich ein Paar wie viele andere, bis auf eine Sache: Derzeit trennen die beiden 11.000 km – und damit nicht nur die räumliche Distanz. Denn Alicia kommt aus Indonesien und darf seit dem 17. März nicht mehr nach Österreich einreisen. An diesem Tag waren die EU-Reisebeschränkungen in Kraft getreten und damit alle nicht notwendigen Reisen in die EU verboten. Für die beiden nicht vollkommen unerwartet, sagt Stefan: „Als in China plötzlich innerhalb weniger Tage ein Krankenhaus gebaut wurde, wusste ich: Da kommt was auf uns zu.“ Die für Mai gebuchten Flugtickets waren damit hinfällig, die Hoffnung auf ein baldiges Treffen wird mit jedem Tag kleiner. „Das Schlimmste ist die Perspektivlosigkeit.“

Zwar gibt es eine parlamentarische Initiative, die eine Einreise eines Lebenspartners ermöglicht – die TT berichtete – und eine Mehrheit gefunden hat. Doch das ist nur eine Hürde von vielen. Darunter auch die Grenzbeamten in einem möglichen Herkunftsland oder die Fluglinien selbst.

Als Vorreiter galt Dänemark. Als erstes EU-Land war hier die Einreise nicht verheirateter Partner erlaubt, sofern die Beziehung nachweislich länger als drei Monate besteht. Klotz beteiligt sich an der Initiative #loveisnottourism und kämpft weiter: „Ich stehe in ständigem Kontakt mit der österreichischen Botschaft in Jakarta, aber da weiß man noch nichts von der neuen Regelung.“

Auch Grenzpolizisten und diverse Airlines würden Partner aus Drittstaaten eben nach wie vor nicht einreisen lassen. „Ich weiß von einigen Fällen, in denen beispielsweise eine Person aus den USA trotz Direktflug nicht einreisen durfte.“

Trotz allem versucht Klotz auch eine gewisse Verhältnismäßigkeit zu sehen: „Es gibt viele Einzelschicksale, die schlimmer sind als unseres. Aber die Trennung belastet mich extrem.“ Sein Wunsch: „Dass Alicia und ich uns so bald wie möglich wiedersehen können.“


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