Neues Autobahnviadukt „Genova San Giorgio“ wird eröffnet

Der italienische Premier Giuseppe Conte betrachtet die neue Autobahnbrücke „Genova San Giorgio“, die am Montagnachmittag eröffnet wird, als „Symbol eines neuen Italiens, das neu startet“. „Heute ist ein wichtiger Tag für die Gegenwart und die Zukunft eines Landes im Wandel“, schrieb Conte auf Facebook.

Der Einsturz der Morandi-Brücke im August 2018 mit 43 Todesopfern sei eine „Wunde“, die nie vernarben werde. Aus dieser Tragödie habe Italien jedoch die Kraft zum Neustart gefunden. In knapp mehr als einem Jahr sei die Brücke wiedererrichtet worden. Bürokratische Hürden seien aus dem Weg geräumt worden, um Genua so rasch wie möglich seine Brücke zurückzugeben, meinte Conte.

An der Einweihungszeremonie um 18.30 Uhr beteiligen sich Staatschef Sergio Mattarella, Premierminister Conte und mehrere Regierungsmitglieder. Mattarellas Limousine wird auch als erstes Fahrzeug die Brücke überfahren. 1.000 Arbeiter waren rund um die Uhr beschäftigt, um die Brücke trotz der Ausgangssperre wegen der Coronavirus-Pandemie im März und April fertig zu bauen. Finanziert wurde das 202 Millionen Euro teure Projekt vom Autobahnbetreiber „Autostrade per l‘Italia“.

Der italienische Stararchitekt Renzo Piano wünscht seinem Werk „ein langes und glückliches Leben“. „Ich hoffe, dass man diese Brücke lieben wird“, sagte der 82-jährige Architekt im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Montagsausgabe). „Werke können nur lang halten, nur wenn sie geliebt und gepflegt werden. Nur so können sie der Zeit widerstehen. Ich wünsche mir, dass diese Brücke geliebt wird. Ich wünsche der Brücke ein langes und vor allem glückliches Leben. Sie ist aus einer Tragödie entstanden und hat ein schwieriges Erbe“, sagte Piano, der aus Genua stammt.

Die vierspurige Morandi-Brücke im Westen von Genua brach vor rund zwei Jahren auf einer Länge von mehr als 200 Metern ein. 35 Autos und drei Lastwagen stürzten in den Fluss Polcevera und wurden teils unter herabfallenden Betontrümmern begraben. Zum Unglückszeitpunkt wurden Wartungsarbeiten an der Brücke vorgenommen, zudem gab es ein heftiges Unwetter.


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