Starkregen: Hochwasser-Voralarm, Muren und Verkehrsprobleme

Starke Regenfälle haben in der Nacht auf Dienstag zu Vermurungen und Verkehrsbehinderungen in großen Teilen Österreichs geführt. In Steyr (OÖ) wurde der Hochwasser-Voralarm ausgelöst, da sich die Enns einem Wasserstand von fünf Metern nähert. In Kärnten ist die Bahnstrecke zwischen Feldkirchen und Villach nach Murenabgängen und Hangrutschungen an mehreren Stellen unterbrochen.

Auch in Schärding wurde Hochwasser-Voralarm ausgelöst, und zwar am Dienstag um 9.20 Uhr. Der Inn sollte im Laufe des Nachmittags einen Wasserstand von sieben Metern erreichen, hieß es.

In Kärnten rückten die Feuerwehren in der Nacht rund 200 Mal aus. Laut Polizei ist die L32 in Zlan (Bezirk Villach-Land) auf einer Länge von ca. zehn Metern vermurt. Die Straße bleibt daher bis Mittag gesperrt, eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet. In Steindorf am Ossiacher See (Bezirk Feldkirchen) wurde ein 69-jähriger Autofahrer am Montagabend während eines heftigen Unwetters von Geröll in seinem Fahrzeug eingeschlossen. Das Auto des Mannes, der neben dem Bach unterwegs war, wurde bis auf Höhe der Fensterscheiben verschüttet. Der 69-Jährige blieb unverletzt, er wurde von der Feuerwehr geborgen.

In Himmelberg im Bezirk Feldkirchen wurde der Keller eines Wohnhauses überflutet. Nach Angaben der Polizei drang das Wasser in den Heizraum ein, wodurch Leitungen eines Öltanks abgerissen wurden. Insgesamt traten rund 7.000 Liter Heizöl aus. Das Öl vermischte sich mit dem eingedrungenen Wasser, das Gemisch musste von einer Entsorgungsfirma abgepumpt werden. Eine Gefährdung der Umwelt entstand nicht, die Höhe des Sachschadens war vorerst nicht bekannt.

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In Salzburg sind laut Ö3 vor allem im Lungau, Pongau und Pinzgau die Feuerwehren im Dauereinsatz. Im Oberpinzgau errichteten Freiwillige Feuerwehren mobilen Hochwasserschutz. Muren, ausufernde Bäche und überschwemmte Straßen sorgten auch hier für Verkehrsbehinderungen. Insgesamt kam es jedoch nur zu kleineren Überflutungen. Die Pegelstände der Salzach und Saalach überschritten im Gebiet der Landeshauptstadt am Morgen aber die Warngrenze. In zahlreichen Gemeinden mussten Keller ausgepumpt, Straßen gereinigt und die Folgen von Überflutungen beseitigt werden.

Im obersteirischen Mürztal sorgten die Vorboten der angekündigten umfangreichen Regenfälle am Montagabend für erste Überschwemmungen und Einsätze für die Feuerwehrleute. Am Alpl war ein Bach an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Keller und Wohnräume wurden von den Einsatzkräften ausgepumpt. Mit Sandsäcken und schwerem Gerät konnte der Bach wieder in das Bachbett zurückgeleitet werden. In der weststeirischen Bezirkshauptstadt Voitsberg kam es möglicherweise durch den vielen Regen zu einem Felssturz im Bereich der Greißeneggerstraße.

In weiten Teilen Niederösterreichs verlief die Nacht in Bezug auf Einsätze aufgrund starker Regenfälle nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes ruhig. Eine Ausnahme stellt der Bezirk Amstetten dar, wo wie bereits am Sonntagabend Straßen und Keller überflutet wurden. Der Hotspot lag in der Marktgemeinde Aschbach.

In Vorarlberg gab es vor allem in Dornbirn und Feldkirch zahlreiche überflutete Keller und Tiefgaragen. Mehr als 20 Feuerwehr-Einsätze wurden notwendig. Wegen Überflutung mussten auch einige Straßen gesperrt werden.

Zumindest die Wettervorhersage verheißt aber Gutes: Im Laufe des Tages sollte der Regen aber nachlassen und am Mittwoch zu Ende gehen, hieß es. Am Mittwoch sollte der flächendeckende Regen zu Ende gehen und besonders im Westen Österreichs wird es überwiegend sonnig. Im Osten und Süden können im Laufe des Tages stellenweise Regenschauer und Gewitter entstehen.


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