Brexit-Sorgen: Die Briten wandern in die Europäische Union

Der Brexit lässt mehr Briten als früher ihrer Insel den Rücken kehren.

(Symbolbild)
© REUTERS

London – In den Jahren nach dem Brexit-Referendum 2016 sind im Schnitt knapp 74.000 Briten pro Jahr in ein anderes EU-Land übersiedelt. Das waren um 30 Prozent mehr als in den Jahren zuvor. Bei den Zielländern verzeichneten Spanien und Frankreich die größte Zunahme. Das berichtete der Guardian unter Berufung auf eine Studie der Oxford University und des Berlin Social Science Centers. „Das Wachstum der Zahlen ist von einer Größenordnung, die man erwarten würde, wenn ein Land von einer größeren wirtschaftlichen oder politischen Krise getroffen wird“, sagte Daniel Auer, einer der Studienautoren.

Zudem haben viele Briten, die bereits in einem anderen EU-Land wohnten, nach dem Brexit-Referendum dort die Staatsbürgerschaft beantragt. In den Jahren seit 2016 hat Großbritannien im Schnitt fünfmal so viele Staatsbürger an andere EU-Staaten verloren wie in den Jahren zuvor, am meisten an Deutschland.

Der Trend, sich durch eine EU-Staatsbürgerschaft abzusichern, dürfte laut Experten anhalten – vor allem, falls kein Abkommen über die zukünftigen Beziehungen gelingt. Die EU erwägt nun angeblich, Großbritannien in den Verhandlungen entgegenzukommen. Diplomaten zufolge müsse die Prüfung von staatlichen Hilfen für britische Firmen nicht nach EU-Regeln umgesetzt werden. (floo)


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