Hilfszusagen aus aller Welt für den Libanon

Der libanesische Ministerpräsident Hassan Diab hat nach den verheerenden Explosionen in der Hauptstadt Beirut alle befreundeten Staaten um Hilfe gebeten. Zusagen kamen aus aller Welt, darunter auch von Israel und dem Iran. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte dem Libanon Unterstützung zu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte die Lieferung medizinischem Hilfsmaterials an.

Bereits am Mittwochnachmittag sollen zwei Flugzeuge der französischen Armee mit tonnenweise medizinischer Ausrüstung und einer mobilen Krankenstation an Bord in der libanesischen Hauptstadt eintreffen. An Bord der Maschinen befänden sich auch 55 Sicherheitskräfte, die auf Rettungs- und Räumungsarbeiten spezialisiert seien, teilte der Elysee-Palast mit. In der mobilen Krankenstation können demnach bis zu 500 Verletzte versorgt werden.

Zu den ersten Ländern, die ihre Hilfe zusagten, gehörten die Golfstaaten. Katar will demnach Feldlazarette zur Versorgung der tausenden Verletzten schicken. Kuwait sagte die Entsendung medizinischer Nothilfe zu. Jordaniens Außenminister Ayman Safadi erklärte, sein Land sei zu jeder Hilfe bereit, die der Libanon nun benötige. Ähnlich äußerte sich der Iran. Sein Land bete zudem für das „großartige und widerstandsfähige Volk des Libanon“, twitterte Außenminister Mohammad Javad Zarif.

Selbst Israel, das sich formell immer noch im Krieg mit dem Nachbarn befindet, bot humanitäre Hilfe an: Über die internationalen Vermittler hätten Verteidigungsminister Benny Gantz und Außenminister Gabi Ashkenasi „medizinische und humanitäre sowie sofortige Nothilfe angeboten“, hieß es in einer Erklärung. Ein Krankenhaus im Norden Israels offerierte Hilfe bei der Versorgung von Verletzten. Der Direktor des Galiläa-Krankenhauses in der nördlichen Stadt Naharija, Massad Brahum, sagte Mittwochfrüh im Armee-Radio Unterstützung zu. „Wir wollen nur eine helfende Hand reichen“, sagte er auf Arabisch. Jeder werde behandelt.

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Von libanesischer Seite wurden die Hilfsangebote aus Israel jedoch zurückgewiesen. Darauf angesprochen sagten Regierungsvertreter: „Wir nehmen keine Hilfe von einem feindlichen Staat an.“ Der Libanon und Israel haben keine diplomatischen Beziehungen. Libanesen sind jegliche Kontakte mit Israelis verboten.

Die Europäische Union sei bereit, Hilfe und Unterstützung zu leisten, teilte auch EU-Ratspräsident Charles Michel am Dienstagabend mit. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat in Reaktion auf die Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut via Twitter erklärt, „unsere Gedanken sind bei den Menschen im Libanon, bei den Verletzten und den Familien der Opfer“.

US-Außenminister Mike Pompeo wiederum sprach den Betroffenen sein „tief empfundenes Beileid“ aus. Die USA stünden angesichts der „schrecklichen Tragödie“ bereit, dem Libanon zu helfen. Russland Präsident Wladimir Putin erklärte, sein Land teile den Schmerz des libanesischen Volks und hoffe, dass alle Verletzen rasch wieder genesen werden.


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