Öffi-Ausbau im Bezirk Kufstein geplant: Im Bus rund um die Uhr heimkommen
In der Region Kufstein soll der öffentliche Verkehr ausgebaut werden. Das Konzept dafür liegt vor, offen ist, wer diese Strategie mitfährt,
Von Jasmine Hrdina
Kufstein – Sind wir bereit, uns von alten Mobilitätskonzepten zu lösen und für einen Schritt in eine nachhaltigere Zukunft eine Stange Geld in die Hand zu nehmen? Diese Fragen blieben am Mittwochabend im Kufsteiner Stadtsaal bewusst offen. BM Martin Krumschnabel appellierte an seine Amtskollegen: „Für den Verkehr kann keine Gemeinde alleine eine Lösung finden.“
Eine Stunde lang präsentierte Mobilitätsbeauftragter Manuel Tschenet ein Konzept für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Region. Eine Vision, die frühestens ab 2023 Realität werden soll, wenn auch nur Teile davon. Für das Gesamtkonzept wäre ein „hoher einstelliger Millionenbetrag jährlich“ zu investieren, sagt Tschenet – wobei Bund, Land, Gemeinden, Tourismusverbände und Bergbahnen schon jetzt einen großen Teil davon durch die Bestandslinien finanzieren.
Mehr Buslinien, engmaschigere Taktungen und eine bessere Anbindung in ländlichere Gemeinden – auch nach Bayern – sind grob umrissen die zentralen Ideen des Konzepts, das die Grundlage dafür sei, Mobilität auf neue Beine zu stellen. „Die Möglichkeit, wirklich etwas zu verändern, liegt im Ausbau des öffentlichen Verkehrs, das zeigen uns andere Regionen“, meinte Tschenet bei der Präsentation. In der Schweiz sei es auch spät in der Nacht und frühmorgens möglich, per Öffi bis ins kleinste Dorf zu reisen.
Ein Expressbus, der große Arbeitgeber in der Region vom bayerischen Oberaudorf bis Wörgl verbindet, schwebt dem Regionalmanagement-Beauftragten vor. An Schulen soll dieser bewusst nicht Halt machen. Der Bedarf wäre schon jetzt gegeben, viele Unternehmen hätten zudem Standorterweiterungen und damit neue Arbeitsplätze angekündigt. In Kiefersfelden entsteht der Unterberger-Gewerbepark – bis zu 1500 Menschen sollen dort in zwei bis drei Jahren beschäftigt sein. Zwischen 5 und 22 Uhr solle es zwei- bis dreimal pro Stunde möglich sein, eine Busfahrt in die Heimatgemeinde anzutreten.
„Ein großer Teil der Bevölkerung ist unweigerlich auf Öffis angewiesen. Derzeit enden viele Busfahrten um 18 Uhr. Das kann es nicht sein!“, kam Tschenet zum Punkt.
Im Tourismusbereich könnte eine „Kaiser-Ringlinie“ alle Gemeinden rund um das Kaisergebirge (Kufstein-St. Johann-Söll-Kufstein) verbinden und so eine „Heimkommgarantie“ für Ausflügler bieten. Mit der guten Zuganbindung an die Flughäfen Wien und München habe man so einen internationalen Standortvorteil.
Mit diesen Ideen werde man nun an den Tiroler Verkehrsverbund (VVT) herantreten. Ob und welche Linien ausgeschrieben werden bzw. was das kostet, dürfte in etwa eineinhalb Jahren feststehen.
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