Eine kleine Galerie im Bauernhof: Ausstellungen in Tristach geplant

Der Kunstschaffende Leonard Lorenz möchte in regelmäßigen Ausstellungen in Tristach Impulse geben und inspirieren.

Leonard Lorenz’ Gemälde „Netzwerkerin“.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Tristach, München – Der aus Tristach stammende akademische Bildhauer und Maler Leonard Lorenz hat vor 50 Jahren eine erste Schau seiner Arbeiten in der Städtischen Galerie in Lienz gezeigt. Heute Abend um 18.30 Uhr lädt der international geachtete Kunstschaffende in den elterlichen Bauernhof in Tristach, den er als junger Mann einst hätte übernehmen sollen. Mit Unterstützung seines Bruders hat er das Gut über die Zeit erhalten können.

„Ich habe zu meinem Atelie­r eine kleine Gewölbegalerie eingerichtet, in der ich einige meiner kürzlich geschaffenen Werke ausstelle“, kündigt Lorenz an. Die Ausstellung läuft nur bis übermorgen, jeweils von 14 bis 19 Uhr. Dann muss Lorenz wieder zurück in seine Wahlheimat nahe München.

Die Skulptur „Dynami­k der Begrenzung“.
© Christoph Blassnig

Zu sehen sind in der Galerie in der Dorfstraße 28 Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen. „Schon im nächsten Jahr möchte ich diese Ausstellungsräume in den Sommermonaten regelmäßig öffnen. Ich möchte das als Angebot sehen, sich anhand meiner Kunstwerke inspirieren zu lassen“, sagt der Bildhauer, der auf einen reichen Erfahrungsschatz verweisen kann.

„Ich kann mir auch Vorträge, Diskussionen und im besten Sinne Streitgespräche vorstellen.“ Es gebe in der heutigen Gesellschaft ein enormes Bedürfnis, sich auszudrücken und mitzuteilen, gleichzeitig ordneten sich die Menschen einer passiven „Ich kann eh nichts machen“-Mentalität unter. „Die digitale Welt verflacht unser Denken.“ Lorenz vermisst Impulse philosophischer Kreise, auch die Kirche verliere zusehends an Lebendigkeit. „Es ist so auch in der Kunst: Es braucht die Fähigkeit, die Menschen ohn­e erhobenen Zeigefinger tief in ihrem Inneren anzuregen, denn tief in uns finden wir alle eine Entsprechung.“

„Alle Kunst braucht die Fähigkeit, die Menschen ohne erhobene­n Zeigefinger anzusprechen", sagt Leonard Lorenz 
(akadem. Bildhauer).
© Blassnig

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