WSG Tirol muss auf dem Transfermarkt die richtige Auswahl treffen

Das Aus des SV Mattersburg gibt der WSG Tirol wie der gesamten österreichischen Bundesliga Planungssicherheit – rechtlich wie sportlich.

Kann mit Gardemaß und guter Spieleröffnung punkten – Ex-Wacker-­Kicker Raffael Behounek hat das Interesse der WSG Tirol geweckt.
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Von Alex Gruber

Innsbruck – Kollektives Durchatmen. Nachdem der SV Mattersburg Insolvenz anmelden muss und den Rückzug aus dem österreichischen Profifußball angetreten hat, steht fest, dass die beiden obersten Spielklassen in der neuen Saison mit 12 (Bundesliga) bzw. 16 Teams (in der 2. Liga sollen die Rapid Amateur­e aufgenommen werden) beginnen und hoffentlich auch enden wird.

Hätte der SVM dank eines mutigen Investors den Sprung in ein Sanierungsverfahren und die Rettung in letzter Sekunde womöglich geschafft, wäre das Zittern weitergegangen, wie lange sich dieses fragile Werkl am Leben erhält. Zu viele, höflich formuliert, Ungereimtheiten tauchen rund um den Bilanzskandal in der Commerzialbank, dem vormaligen Klubhauptsponsor um Ex-Präsident Martin Pucher, auf. Die finanziellen Ungewissheiten, die die Corona-Krise mit sich bringt, reichen als Nervenkitzel ja völlig aus.

„Es geht hier nicht explizit um die WSG Tirol oder einen anderen Klub. Es geht einfach darum, dass bei einer Fortführung des SV Mattersburg und einem möglichen Ausscheiden während der Saison ein riesiger Schaden für den österreichischen Fußball hätte entstehen können“, fasst Rechtsanwalt und Sport­rechtsexperte Peter Vogl, der der WSG beratend zur Seite stand, treffend zusammen. Nachdem ein Sanierungsverfahren bei den Burgenländern ausbleibt, wird es seitens anderer Klubs wohl auch keine Forderungen mehr geben, zumal ja kein Vermögen vorhanden ist. Auf den SVM wartet laut Vog­l wohl ein „Zerschlagungs-­Konkurs“.

Vom Rechtlichen zum Sportlichen: „Ich habe gut geschlafen“, nickte Köck, dass die frohe Botschaft und Entscheidung am Mittwochabend endlich wieder Planungssicherheit und Ruhe gibt. Zudem schwemmt der Verbleib in der Bundesliga ja gut 1,5 Millionen Euro Fernsehgeld in die Kassa und hält mehr Sponsoren beim Club.

Dirigiert der „Major“ Stefan Maierhofer weiter die WSG?
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„Wir benötigen einen Innenverteidiger, defensiven Mittelfeldspieler und Linksverteidiger“, skizziert Köck kurz die Lage. Als Abwehrturm ist der spielstarke Ex-Wacker-Kicker Raffael Behounek mehr als nur ein Gerücht. Die WSG harrt am Transfermarkt auch der Dinge, was mit Spielern wie Michael Svoboda oder dem unter Vertrag stehenden Angriffshünen Stefan Maierhofer (soll im Osten ein Angebot mit Anschlussvertrag im Trainerwesen halten) passiert. Wer unter Vertrag steht und keinen neuen Klub hat, muss spätestens am Montag wieder beim Training erscheinen. Die treuen Seelen Kevin Nitzlnader und Sandro Neurauter will man bei der WSG halten, sie hätten auch als Führungskräfte für das junge Regionalliga-Team absolute Vorbildfunktion.

Nach dem Konkurs über den SV Mattersburg sondiert auch Andreas Kuen, der nach seinem Schlüsselbeinbruch bald wieder voll trainieren kann, die Lage. Der Ötztaler ist wie alle anderen SVM-Kicker kostenlos frei und sucht nach starker Saison einen neuen Klub: „Corona macht die Situation bei den Clubs nicht leichter. Es muss nicht schnell gehen, sondern das Richtige sein.“

Will sich bei neuem Klub wieder freidribbeln – Andreas Kuen.
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