Clubszene ruft zur „Save the Rave“-Demo in Wien

Vertreter der Clubszene rufen am Samstag zu einer „Save the Rave“-Demo in Wien auf. Mit Musikwagen und erwarteten 4.000 Teilnehmern will man einen lautstarken Hilferuf an die Politik adressieren. Denn ohne Unterstützung werde infolge der Coronakrise im Herbst das „große Clubsterben“ nicht nur in der Hauptstadt, sondern in ganz Österreich beginnen, warnten die Veranstalter am Donnerstag.

„Viele Orte der Clubkultur stehen vor dem Nichts. Einige sind schon knapp vorm Zusperren“, malte Leon de Castillo von der erst vor wenigen Wochen gegründeten IG Club Kultur, die inzwischen laut eigenen Angaben 60 Mitglieder hat, ein düsteres Bild der aktuellen Lage. Es brauche deshalb Lösungen gemeinsam mit Bund und Stadt, drängte er in einer Pressekonferenz. Damit gemeint sei nicht nur eine „finanzielle Rettung“, sondern auch Perspektiven, „wann wir wieder auf eigenen Beinen stehen können“, ergänzte Magdalena Augustin von der IG Kultur Wien.

„Es ist absolut verständlich, dass wir mit Covid-19 nicht so weitermachen können wie bisher“, zeigte Augustin Verständnis für die Unmöglichkeit klassischer Clubevents: „Wir haben auch keine Lust auf Infektionscluster.“ Aber es könne gleichzeitig nicht verlangt werden, „dass man beim Untergang einer ganzen Nacht- und Clubszene zuschaut“.

Sebastian Tomek von der Arena Wien und ebenfalls Vertreter der IG Club Kultur rechnet damit, dass frühestens im kommenden Frühjahr an ein Club-Comeback zu denken ist. Gleichzeitig würde aber einigen Initiativen bereits im September „die Luft ausgehen“.

Auf die schwierige Situation will man am Samstag im Zuge der Demo aufmerksam machen. Start ist um 17.00 Uhr auf der Prater-Hauptallee auf Höhe des Planetariums. Danach geht es - mit einigen Zwischenstopps - über den Praterstern und den Kai gegen die Fahrtrichtung des Rings zum Heldenplatz, wo am späteren Abend die Schlusskundgebung abgehalten wird. Die Organisatoren rechnen mit 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Im Forderungskatalog der Clubvertreterinnen und -vertreter findet sich neben mehr finanzieller Unterstützung in der Phase des Stillstands auch ein Fördertopf für den Neustart im kommenden Jahr, eine Lockerung der Sperrstundenregelung von derzeit 1.00 Uhr und Konzepte, um der Partykultur ein Ausweichen von Clubs auf den öffentlichen Raum - Stichwort Donaukanal - in rechtlich und gesundheitlich sicherer Weise zu ermöglichen. „Unser Ziel ist, dass keine Location verloren geht und die Vielfältigkeit erhalten bleibt“, so Tomek.


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