Große Ratsversammlung tagt in Afghanistan

In Kabul tritt am Freitag die Große Ratsversammlung afghanischer Würdenträger zusammen, um über die geplanten Friedensverhandlungen der Regierung mit den Taliban zu beraten. Dabei geht es ganz zentral auch um die Forderung der Taliban, 400 ihrer als besonders gefährlich eingeschätzten Kämpfer freizulassen. Die Ratsversammlung - die Loya Jirga - soll drei Tage mit der Regierung beraten.

Rund zwei Jahrzehnte nach ihrer Vertreibung aus Kabul durch eine US-geführte Militärkoalition beherrschen die militant-islamistischen Taliban wieder große Gebiete Afghanistans. Mehr als die Hälfte der Bezirke des Landes sind derzeit umkämpft. Die Taliban vereinbarten mit den USA ein Abkommen, das den Abzug der internationalen Truppen und die Aufnahme von Verhandlungen der Taliban mit der Regierung vorsah. Zu den Vorbedingungen dieser Verhandlungen gehört ein Gefangenenaustausch. Über den Personenkreis dieses Austauschs herrscht jedoch keine Einigkeit.

US-Außenminister Mike Pompeo rief das einflussreiche Gremium auf, sich für die Freilassung weiterer Taliban-Kämpfer einzusetzen. „Wir wissen, dass die Freilassung dieser Gefangenen unpopulär ist“, erklärte Pompeo am Freitag. „Aber diese schwierige Aktion wird uns zu einem Ergebnis führen, das die Afghanen und die Freunde Afghanistans seit langem herbeisehnen: Die Reduzierung der Gewalt und direkte Gespräche, die in ein Friedensabkommen und ein Ende des Krieges münden.“

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