#FreeBritney: Ihre Fans wollen Britney Spears „befreien“

In ihren Posts in sozialen Netzwerken soll Britney Spears Hilferufe verstecken. Die Fans fordern das Ende der Vormundschaft für die Sängerin.

Fans wollen versteckte Hilferufe in Britney Spears' Posts finden, wie die Notfallnummer 911, die in der Form ihrer Wimpern zu erkennen sein soll.
© Screenshot/Instagram

Los Angeles – Die Fangemeinschaft von Britney Spears ist in Sorge um die Sängerin. Nach ihrem Zusammenbruch im Jahr 2007, als sie sich die Haare abrasierte, wurde sie in die Psychiatrie zwangseingewiesen. Seit 2008 trifft ein Vormund für sie die Entscheidungen. Aus ihren Instagram- und TikTok-Posts lesen ihre Follower immer wieder Hilfeschreie der 38-Jährigen. Die Community fordert unter dem Hashtag #FreeBritney ihre Freilassung.

Spears’ Karriere startete bei Disney und ging steil nach oben.
© imago images / ZUMA Press

Wer sich durch die Kommentare der Social-Media-Kanäle von Britney Spears scrollt, könnte meinen, die Sängerin sei in den Händen von Entführern. Viele schreiben, man solle den Notruf wählen und jemand müsse etwas unternehmen – stets mit dem Hashtag #FreeBritney versehen.

Dabei scheint es dem Popstar gut zu gehen: In ihren Beiträgen führt sie Choreografien vor oder grinst in die Kamera, meist mit einem bauchfreien Top und kurzem Höschen bekleidet. Das alles ist vollgepackt mit Tausenden bunten Emoticons, mehr oder weniger bedeutungsvollen Lebensweisheiten und einer Flut aus verschiedenen Satzzeichen. Auf den ersten Blick also nichts Ungewöhnliches – die Community sieht aber mehr und meint es ernst.

Erst mit viel Fantasie lassen sich die vermeintlich versteckten Geheimbotschaften erkennen. Auf einem Beitrag (siehe Bild oben rechts) wollen ihre Follower in der Form der Wimpern die Zahl 911 erkennen, die Notfallnummer in den USA. Ein anderer will einen weiteren Beweis für Britneys Gefangenschaft gefunden haben, schließlich könne es kein Zufall sein, dass die Sängerin genau 116 Accounts abonniert hat – eine Zahl, die, wenn man sie kopfüber liest, wieder die 911 ergibt.

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2007 folgte der psychische Absturz und sie rasierte sich die Haare.
© KABC TELEVISION

Und so zieht es sich durch ihre gesamten Posts. In einem Kommentar steht etwa: „Wenn du Hilfe brauchst, trag Gelb in deinem nächsten Video.“ Und tatsächlich trägt der Pop-Star darauf ein gelbes Oberteil. Für ihre Fans ist das kein Zufall mehr.

In einer Online-Petition sammeln sie Unterschriften und fordern, dass sie einen selbst gewählten Anwalt bekommen soll. Auf der Seite heißt es etwa: „Hier geht es nicht mehr um Britney, den Popstar, sondern um Britney Jean als Person. Sie ist ein Mensch, kein Show-Pony.“ Auf gerichtlichen Anhörungen protestieren sie, Britney solle wieder selbst über ihr Leben entscheiden dürfen.

Bis 2019 wurde die Vormundschaft ihrem Vater Jamie Spears (68) übertragen, der diese aufgrund seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung mittlerweile abgegeben hat. Danach ging sie an die langjährige Mitarbeiterin Britneys. Jodi Montgomery darf mit den Ärzten und dem medizinischen Fachpersonal der Sängerin sprechen. Außerdem hat sie Einblick in alle Diagnosen und Untersuchungen. Britney selbst darf keine Verträge unterschreiben und nicht über ihr Geld verfügen. Das Sorgerecht für ihre beiden Söhne Jayden James (13) und Sean (14) liegt zu 90 Prozent bei ihrem Ex-Mann Kevin Federline (42), sie darf sie aber regelmäßig sehen.

Die Sängerin ist nicht der einzige Promi, der unter dem Druck, den der Erfolg mit sich bringt, leidet und so auf die schiefe Bahn gerät. Ein trauriges Beispiel für einen gefallenen Kinderstar ist z. B. auch Aaron Carter (Hitsingle: „Crush on you“).

Der Pop-Sänger und Bruder von Nick Carter (Backstreet Boys) war einst ein gefeierter Teenie-Star, nun folgt ein Skandal auf den nächsten. So gab der 32-Jährige in einer TV-Show zu, an einer bipolaren Störung zu leiden. Außerdem schockte er die Fans, als er sich ein Medusa-Tattoo über eine Gesichtshälfte stechen ließ. Diese Aktion veranlasste den amerikanischen Arzt Dr. Drew Pinsky zu der Beurteilung, dass „etwas sehr Ernstes mit ihm los ist. Dann hat er sich dieses Gesichts-Tattoo gemacht – das hat mich sofort an Britney erinnert, als sie ihren Kopf rasiert hat“, sagte er gegenüber dem Klatsch-Portal TMZ. Daraufhin schlug auch er für Carter eine Vormundschaft vor.

Auch Lindsay Lohan (34, „Ein Zwilling kommt selten allein“) hat mehrere Aufenthalte in Entzugskliniken hinter sich, als sie vor mehr als zehn Jahren exzessiv Drogen und Alkohol konsumierte. Als sie deshalb hinter Gitter musste, war der Tiefpunkt ihrer Karriere erreicht. Ihr Vater wollte sie damals auch entmündigen. Mittlerweile scheint sie sich erholt zu haben. So kämpft sich die amerikanische Schauspielerin heute in ihr Leben zurück und erklärte im Interview mit CNN: „Ich möchte mich mehr auf mich fokussieren, nach Hollywood zurückkehren, um wieder zu filmen.“

Was wirklich an den Behauptungen dran ist, Britney würde gefangen gehalten werden, weiß wohl nur die Sängerin selbst. Sie selbst wehrte sich jedenfalls auf Instagram. Als Anschuldigungen gegen ihren Vater laut wurden, er würde sich an ihrem Vermögen bedienen, schrieb sie: „An alle, die sich Sorgen um mich machen: Mir geht es gut. Glaubt nicht alles, was ihr lest und hört.“ Ob sie selbst wieder in der Lage ist, ihr eigenes Leben so zu gestalten, wie sie es möchte, könnte am 22. August entschieden werden. Dort wird über ihre Vormundschaft neu verhandelt. (TT)


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