Ausstellung in Galerie Maier: Hausmannskost und Tiroler Schmankerln

Eine charmante Entdeckung, „Akt im Garten“, von Kleofas Bogailei.
© watzek/schlocker

Innsbruck – So ziemlich alles, was für die Inhaber der Galerie Maier die Tiroler Kunst im 20. Jahrhundert ausmacht, zeigt sie anhand von rund 140 Kostproben in ihrer sommerlichen Ausstellung. Bestückt mit traditioneller „Hausmannskost“ genauso wie extravaganten „Delikatessen“, die die Geschmacksnerven von Kunstkennern durchaus zu verzücken vermögen.

Etwa der in skurriler Naivität auf Holz gemalte „Akt im Garten“ von Kleofas Bogailei (1901–89), einem zwischen Paris und Alpbach pendelnden Lebenskünstler, der eigentlich Ludwig Reischl geheißen hat. In einer anderen Liga spielen die wunderschöne frühe Tuschzeichnung und der prachtvolle Freskoentwurf Max Weilers aus den 60er-Jahren genauso wie die zwei besonders feinen Zeichnungen Paul Floras.

Auffallend an der Auswahl ist, dass gern Arbeiten gewählt wurden, die man kaum mit ihren Erzeugern in Verbindung bringen würde. Wie etwa das Ölbild „Figural“ von Peter Blaas oder die schwarz verknäuelte Tuschzeichnung „Nach getaner Arbeit“ Wilfried Kirschls. Eine absolute Neuentdeckung ist Harold Reitterer, ganz im Gegensatz zu Artur Nikodem, dessen in einen prachtvollen originalen Rahmen gehülltes „Sternenlied“ vom Allerfeinsten ist.

Höchst erfreulich ist, wieder einmal etwas von Oswald Haller, Eduard Klell und Fini Platzer bzw. erstmals etwas von Veit Streli zu sehen, dessen pastos-monochrome Malerei in unendliche Räume entführt. Immer ein Augenschmaus sind die Petitessen von Theodor Prachensky und die mit Magie aufgeladenen Malereien von Jutta K. Kiechl. Nicht fehlen darf in einer Schau wie dieser das Dreidimensionale, u. a. von Lois Anvidalfarei, Franz Pöhacker und Walter Nagl. (schlo)

TT-ePaper gratis testen und eine von fünf Snow Cards Tirol gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Ausstellung

Galerie Maier

Maria-Theresien-Straße 38, Innsbruck

Bis 14. August, Di–Fr 10–12, 15–18 Uhr, Sa 10–13 Uhr


Kommentieren


Schlagworte