Fischmarkt schafft es mit Abstand aus der Corona-Pause

Ein Gedränge am Fischmarkt in Innsbruck blieb bisher aus. Von Unsicherheit keine Spur. Die Besucher genießen die lockere Atmosphäre und halten Abstand.

Am Hamburger Fischmarkt herrschte reger Andrang, Gedränge gab es aber keins.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Eva-Maria Fankhauser

Innsbruck – Wie die Sardinen in der Büchse hat sich die vergangenen Tage beim Hamburger Fischmarkt am Innsbrucker Marktplatz niemand gefühlt. „Gedränge gibt es hier keines, wir haben ja viel Platz“, sagt Birgit Moritz, die verschiedenste Fischspezialitäten am Markt verkauft. Die Besucher schlendern von Stand zu Stand, genießen Schmankerln und sitzen gemütlich beisammen. Viele von ihnen sind froh, dass es den Markt wieder gibt. „Unter freiem Himmel ist’s herrlich“, sagt eine Besucherin.

Henriette Traber freut sich über den regen Andrang und die disziplinierten Besucher beim Fischmarkt in Innsbruck.
© Foto TT/Rudy De Moor

Untertags ist es eher ruhig. Doch abends zieht es deutlich mehr Menschen zum Fischmarkt. „Man merkt, die Leute wollen mal wieder raus“, sagt Moritz. Die meisten Standbetreiber waren am Freitagabend vom Andrang überrascht. „Das war ein richtig guter Start. Die Stimmung ist frei, die Leute haben gelacht, es sich gutgehen lassen und etwas Gutes gegessen“, erzählt Henriette Traber von den Lachspiraten. Auffällig sei, dass sich die Besucher alle sehr verantwortungsvoll und diszipliniert verhalten. „Man merkt schon, dass ein bisschen weniger los ist als die Jahre zuvor. Vielleicht weil die Leute Respekt vor großen Menschenmengen haben, aber das passiert hier eh nicht“, erklärt ein Standbetreiber.

Die Besucher wirken zufrieden. „Uns gefällt es hier gut, es ist nur etwas heiß“, scherzt Jochen Vitt, der mit seiner Familie in Tirol Urlaub macht. „Die Stimmung ist top. Uns taugt’s“, meint eine Innsbruckerin. Dass mehr Österreicher und weniger Touristen vorbeikommen, sei schon auffällig meint Moritz. „In Österreich sind die Leute auch offener, in Deutschland ist das noch ganz anders“, sagt sie.

Birgit Moritz freut sich, wieder am Fischmarkt arbeiten zu können.
© Foto TT/Rudy De Moor

Richtig voll sei es beim Fischmarkt eigentlich nie, meinen die Standbetreiber. Dennoch werden mittels Kameras die Besucherströme gemessen, um im Anlassfall eingreifen zu können. Zudem ist die Analyse am Fischmarkt von 7. bis 23. August eine Art Testlauf, damit das System womöglich auch für die Christkindlmärkte angewendet werden kann.

📽️ Video | Innsbrucker Fischmarkt als Test-Großveranstaltung:


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