Langkampfener Bahnkunde zahlte 135 Euro für den Rad-Transport

Ticketkauf im Zug unmöglich – einem Bahnkunden kommt das teuer zu stehen. So wurden aus den 2,60 Euro schließlich 135 Euro.

Eine Zugfahrt kommt einen Langkampfner nun teuer, er konnte kein Fahrradtransport-Ticket im Zug lösen.
© Michael Domanig

Von Harald Angerer

Langkampfen – Dass es mit den Ticketautomaten an den ÖBB-Haltestellen so seine Tücken hat, ist nichts Neues, das musste nun ein Bahnkunde aus Langkampfen selbst erfahren: „Ich selbst habe eine Tirol Karte, aber ich wollte an diesem Tag mein Fahrrad mittransportieren, dafür wollte ich am Automaten ein Ticket lösen. Das war aber nicht ganz einfach und als dann der Zug kam, habe ich es aufgegeben und bin eingestiegen“, berichtet der Mann gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

Das tat er aber nicht einfach so, „ich habe noch der Schaffnerin mitgeteilt, dass ich es nicht geschafft habe, eine Karte fürs Fahrrad zu lösen“. Im Zug wollte der Mann das aber dann nachholen. „Die Schaffnerin wies mich aber darauf hin, dass ein Ticketkauf im Zug nicht mehr möglich sei“, sagt der Mann weiter. Die Folge: Er bekam von der Schaffnerin eine Fahrgeldnachforderung ausgestellt. Aus den 2,60 Euro wurden damit 135 Euro. Da staunte der Langkampfner nicht schlecht.

"Rechtzeitiger Kauf des Tickets aus unserer Sicht zumutbar"

„Das gleicht Wegelagerei“, ärgert er sich. Für ihn ist es nicht nachvollziehbar, warum es im Zug nicht mehr möglich ist, eine Fahrkarte zu lösen. „Hier braucht es dringend eine Änderung der Tarifordnung der ÖBB, ich werde diese deshalb auch bekämpfen“, kündigt der Mann rechtliche Schritte an. Er hat seinem Ärger auch schon gegenüber den ÖBB Luft gemacht, in der Antwort halten die ÖBB fest, dass die Schaffnerin richtig gehandelt habe.

„Grundsätzlich gilt, dass der Zustieg in die Züge des Nah- und Regionalverkehrs nur mit einem gültigen Ticket erlaubt ist, d. h. die Fahrkarte muss vor Fahrtantritt erworben werden – das gilt auch für Fahrradtickets. Darauf wird auch in mehrfacher Weise hingewiesen, u. a. auf den Zugtüren“, heißt es dazu von den ÖBB auch auf Anfrage der TT, und weiter: „Dementsprechend gibt es auch vielfältige Möglichkeiten, ein Ticket zu erwerben, z. B. online, via ÖBB-App, bei den Automaten und auf größeren Bahnhöfen im bedienten Verkauf.

Ausnahmen gibt es nur bei Strecken, auf denen an den Stationen kein Ticketkauf möglich ist. Ein rechtzeitiger Kauf des Tickets ist aus unserer Sicht zumutbar und grundsätzlich Bedingung, um unseren Service in Anspruch zu nehmen.“


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